Selbstmordkommando: DC Comics vs. Marvel und die "Suicide Squad"

Foto: Amazon / © Twentieth Century Fox Film Corporation

"Deadpool" hat derzeit bestimmt viel zu lachen. Auch wenn sein Überraschungs-Blockbuster des Jahres mittlerweile beim Preiskampf der "Mega"-Filme im Stream bei Amazon mit 9,98 Euro für "kaufen" nun wohl auch seinen Höhepunkt überschritten hat. Denn Deadpool ist nicht nur ein Superheld- Deadpool ist von Marvel. Und stolze 84 Prozent empfehlen ihn weiter.

Natürlich nicht 84 Prozent seiner Gegner, mit denen er es in seinem ersten Film zu tun bekommt. Nein, sehr beachtliche 84 Prozent gaben auf der weltweit viel besuchten Film-Bewertungsseite "Rotten Tomatoes" an, sie würden es wohl wieder tun. Also, ins Kino gehen zu Deadpool. Und nach den ewigen Regeln für erfolgreiche Film-Universen werden sie es dann auch bald können. "Deadpool 2" wird geradezu unvermeidlich auf uns zukommen.

Aktuell stürmt gerade die "Suicide Squad" die weltweiten Kinos. Bei uns ab 18. August. Die "Suicide Squad" ist von "DC Comics"- nicht von Marvel. Als Weiterempfehlungsrate für das Selbstmord-Kommando vermerkt "Rotten Tomatoes" grauenhafte 27 Prozent.

Das ist zum Beispiel für die "Warner Bros." deshalb so grauenhaft, weil nach allerlei Produktions-Trubel die Kosten des "Mega-Blockbusters" bei 175 Millionen Dollar liegen dürften. Nur die Produktionskosten. Die sind heutzutage viel geringer als die danach kommenden Kosten für Marketing und Distribution. Möglicherweise, so steht es im Hollywood-Reporter, werden 750 bis 800 Millionen gebraucht, damit der Film in die schwarzen Zahlen kommt. Da kann die "Suicide Squad" schnell auch für die Warner Brothers zum Selbstmordkommando werden.

Noch grauenhafter aber ist, dass die "Suicide Squad" nach "Man of Steel" und "Batman versus Superman: Dawn of Justice" bereits der dritte Film aus dem "DC Extended Universe" ist. Und alle waren bisher für Publikum wie Kritiker "na ja". Bis auf die "Suicide Squad". Die finden Kritiker wie Publikum in seltener Übereinstimmung, na ja, sagen wir mal grauenhaft.

Mit dem "erweiterten Universum" will DC Comics, die Heimat von "Batman" und "Superman" jedoch all den "Avengers", "Guardians" und "Agents" von Marvel nacheifern, die von Kino bis Netflix weltweit die Kassen räumen. Da sind noch viele Großprojekte in Planung und Produktion. Und das könnte statt dem erhofften Mega-Erfolg in grauenhaften finanziellen Ergebnissen enden.

Dabei wurde für die "Suicide Squad" doch das Beste vom Besten rekrutiert. "Batman" fliegt natürlich wieder mit und selbst sein legendärer Gegenspieler "Joker" ist dabei. Der "Man in Black", Will Smith, ist "Deadshot"- und das soll eine Menge gekostet haben. "Deadshot" ist aber eben nicht "Deadpool". Der unverkrampfte Spaß, den Marvels neuester Star oder zum Beispiel die "Guardians of the Galaxy" verbreiten, will sich bei Publikum und Kritikern einfach nicht einstellen.

Da hilft es auch nicht weiter, dass Fans den "Rotten Tomatoes" per Petition die Webseite schließen wollten. "Deadpool" hat derzeit bestimmt viel zu lachen. Und im größten Mega-Mega-Mega-Blockbuster aller Zeiten, "Marvel versus DC Comics", könnten Superman und Batman als Bettvorleger beim "Hulk" oder "Iron Man" enden. Oder gar noch schlimmer: Irgendwann als "SchleFaZ" bei den Fachberatern Kalkofe und Rütten auf Tele 5.

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