"No Milk Today": Samsung stellt die Musik ab

Screenshots: Google Play Store
Samsung gibt den Versuch, den Markt mit eigenen Inhalten exklusiv für seine Smartphones unter der interessanten Marke "Milk" zu erobern, wohl endgültig auf. Die Samsung-Plattform für Virtual Reality- Inhalte wurde im Juni von "Milk VR" in "Samsung VR" umbenannt. "Milk Video" wurde ja schon nach nur einem Jahr wieder geschlossen. Und am 22. September schaltet in den USA nun auch "Milk Music" die Kopfhörer endgültig ab.

"Wir haben die strategische Entscheidung getroffen, nur noch in Partner-Modelle zu investieren, um die nahtlose Integration der besten Musikdienste in unsere Familie von Galaxy-Geräten sicherzustellen. Wir glauben, dass die Zusammenarbeit mit Partnern unsere Innovationen beschleunigen, den Absatz der Geräte verbessern und bessere Erfahrungen für unsere Kunden bringen wird", so heißt es in einem kurzen Statement von Samsung für seine US-Kunden.

Das ist auch für uns interessant. Denn das Ende von Samsung Milk scheint auch zumindest das vorläufige Ende der "Content-Ambitionen" der Hardware-Hersteller von Smartphone bis TV zu markieren. Wohl zu wenige "Galaxy"-Besitzer waren bereit, auch nur einen geringen Preis für ein "Milk"-Abonnement zu bezahlen. Der globale Markt für Musikstreaming ist noch brutaler als beim Video on Demand. Damit gegen Konkurrenten wie Spotify, YouTube oder Pandora Geld zu verdienen scheint derzeit fast aussichtslos. Obwohl doch eigentlich das Kombi-Angebot von Technik und Inhalten die Zukunft ist. Glaubt jedenfalls "Netz TV".

Anscheinend funktioniert es aber besser "andersherum". "LeEco", das global wohl erfolgreichste Beispiel, wurde zuerst mit dem Streaming von Videos groß. Erst dann kam eigene "Hardware" von Smartphone bis TV und wurde durch günstige Preise in Verbindung mit inklusivem Content erfolgreich. Jetzt kauft der Inhalte-Dienst schon große TV-Marken auf.

Netflix gibt den Herstellern von Fernsehgeräten mittlerweile eigene Tasten und eigene Standards für ihre Geräte vor. Und Netz-TV glaubt mittlerweile eher an einen Amazon-TV als an eine überzeugende Lösung von Apple.

Es sind zunehmend die Inhalte, die das Geschäft bestimmen. Wer die Inhalte besitzt, die das Publikum will, der bestimmt das Geschäft der Zukunft. Und die Hardware-Hersteller müssen aufpassen, dass ihre Rolle nicht immer mehr auf die des Zulieferers zu Niedrigstpreisen reduziert wird. Denn dann heißt es eines Tages vielleicht nicht mehr nur für Musik und Filme, sondern auch für ihre Firmenkassen: No Milk Today.

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