"Boston Legal" erlegt "Axanar": Der "Star Trek"-Fanfilm ist vorerst tot

Screenshot: YouTube - Star Trek Axanar

"Optimismus ist nur ein Mangel an Information." Heiner Müller hat das gesagt und er behält wohl wieder einmal Recht. "Man muss sicher noch das Kleingedruckte beachten. Es sind viele Anwälte im Spiel", so schrieb Netz-TV im Mai zur überraschenden Nachricht, der per Crowdfunding angeschobene "Star Trek"-Film wäre vielleicht doch möglich und die "Schlacht um Axanar" könnte irgendwann aus den Büros der Anwälte und den Gerichtssälen hinaus in die unbekannten Weiten der Galaxien und der Kinosäle gelangen.

War wohl nichts. Es wird nur wieder mein eigener "Boston Legal"-Fanfilm. "Wir könnten ihnen etwas entgegenkommen", so hätte Star-Anwalt Alan Shore alias James Spader wohl auf der Terrasse gesagt. Denny Crane alias William Shatner hätte daraufhin diesen irren Blick und sein diabolisch-desorientiertes Grinsen angeschaltet und geantwortet: "Yeahh. Dann können wir ihnen das Messer leichter und tiefer in den Bauch rammen."

Und so ist es nun auch gekommen. Was J. J. Abrams höchstselbst öffentlich verkündet ist eben noch lange nicht das Kleingedruckte der Anwälte. Sondern vielleicht nur Sympathie-Werbung für seinen aktuellen Blockbuster "Star Trek Beyond". Die Studios bestimmen die Regeln in Hollywood. Und da hört bei Copyright-Fragen jeder Spaß auf.

Als erstes kamen die angekündigten "Regeln" von CBS für "Star Trek"-Fanfilme. Nicht länger als 15 Minuten. Geld verdienen praktisch verboten. Darf mit den "Star Trek"-Originalen in keinerlei Wettbewerb treten. Und, und, und... Und selbst die Ausstattung sollen die Fan-Filmemacher gefälligst teuer im CBS/Paramount Merchandising-Store kaufen. Sogar das Fundraising für solche Projekte wird limitiert- bei 50.000 US-Dollar sollen die Fans aufhören.

Das klingt nach einem guten Plan von Alan und Danny, "Axanar" und alles Vergleichbare, was danach noch kommen könnte, für möglichst immer unmöglich zu machen.

Die "Star-Trek"-Community reagierte dementsprechend sauer. Im Netz kursierten Boykott-Aufrufe gegen den neuen "Star Trek: Beyond" und für die neue Serie bei CBS wurden Tipps und Möglichkeiten ausgetauscht, wie man sie schauen könnte, ohne zu bezahlen.

"Star Trek: Beyond" scheint trotzdem ein Erfolg zu werden- der Film gefällt sogar den ganz harten und konservativen "Trekkies". Bei den Machern von "Axanar" erinnert man an den großen Jedi-Meister Yoda, der uns gelehrt hat: "Furcht führt zu Zorn. Zorn führt zu Hass. Hass führt zu Zerstörung". Und ist ansonsten überwiegend traurig. Die Produktion ist "vorerst" gestoppt. Zum Thema Depression hat Meister Yoda aber nichts gelehrt.

Das so spannende Projekt Axanar ist damit wohl Geschichte. Alan und Danny können die Akte mit einer ordentlich sexistischen Bemerkung der attraktiven Sekretärin übergeben und draußen auf der Terrasse in Erwartung des Millionen-Honorars die dicke Zigarre rauchen. Warum der von Fans gemachte Blockbuster dennoch nicht für alle Zeit tot ist, haben die Macher von "ReasonTV" in einem wirklich guten YouTube-Video zusammengefasst:

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