Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im September.

Wagner Moura ist Pablo Escobar in "Narcos". Foto: Netflix / Juan Pablo Gutierrez

Natürlich und zuerst: Die "Narcos" kommen zurück zu Netflix. Ob man sich mit der Familie geeinigt hat? Über nachträgliche Änderungen des Drehbuchs ist aber nichts bekannt. Ohnehin steht im September bei Netflix Eigenes im Mittelpunkt. Das Thema Spielfilme ist sogar mit dem Hinweis auf drei Klassiker fast schon abgehakt: In "Pizza, Pizza und 3 Girlfriends" (wer hat sich den Quark ausgedacht- der Film heißt  eigentlich "Mystic Pizza") ist Julia Roberts sogar noch jünger als in "Pretty Woman". Echt. Und zu "Die Reifeprüfung" (Dustin Hoffman, noch jünger) und "Das Schweigen der Lämmer" ( Jodie Foster, auch ganz jung ) muss man wohl nichts mehr sagen. Vielleicht kommen bei Netflix ja doch ein paar aktuelle Blockbuster und die Presseleute verschweigen sie uns nur.

Okay, laut Plan wird Mitte des Monats der Netflix-Film "ARQ" anlaufen. Außer, dass es ein "Science Fiction Thriller" sein soll, ist nichts bekannt. "The Big Short" ist ein frischer Wallstreet-Krimi mit Ryan Gosling. "Der Richter" ein Krimi ohne Wallstreet. Irgendwie fehlt mir aber ein Film im Programm, der in den letzten Jahren nennenswert Kinokarten verkaufte. "Vanity Fair" mit Reese Witherspoon ist auch schon wieder zwölf Jahre alt. Und "Larry Crowne" alias Tom Hanks trifft zwar auf eine deutlich reifere Julia Roberts- aber fünf Jahre ist das auch schon wieder her.

Zurück zu den Eigenproduktionen. "Narcos" ist in diesem Monat noch lange nicht alles. Die deutschen Netflixe bekommen nach der üblichen "Sky-Verzögerung" im September endlich Präsident Underwood zurück. In Staffel 4 vom "House of Cards" eskaliert neben dem üblichen Krieg gegen alle auch noch der gegen Claire, seine Frau.

Zum Ende des Monats startet Netflix mit "Luke Cage" eine weitere eigene Superhelden-Serie aus dem Marvel-Universum. Mit "Easy" geht eine Anthologie verschiedener Geschichten aus Chicago ins Rennen. Sogar Orlando Bloom soll dabei sein. Und "From Dusk Till Dawn" gibt es nicht nur Filme, sondern auch Serien- Staffel drei gibt es bei Netflix ab September. Allerdings nicht zum Binge-Watching, sondern dosiert mit wöchentlich einer Folge.

Und sonst? "Voll daneben, voll im Leben" ist eine US-Serie von 1999. Die wurde mangels Interesse damals schnell wieder abgesetzt. Nicht weil sie schlecht war- sondern der Zeit voraus. Interessant ist sie auch, weil man da den jungen Seth Rogen und Spider-Man James Franco bei ihren ersten Schauspielereien beobachten kann. Und wem das Kochen auf allen Fernsehsendern nicht reicht: "Chef's Table" ist in Frankreich.

Amazon produziert weniger als Netflix- hat aber die Spielfilme. "Die Tribute von Panem: Mockingjay 2" zum Beispiel. Obwohl der schönen Jennifer nach meiner Meinung mit jedem Teil der "Tribute" die Luft (oder auch die Lust am Thema) ein wenig mehr ausging. Zombies gehen immer, nicht nur beim gerade wieder angelaufenen "Fear the Walking Dead". "Scouts vs. Zombies" ist Splatter-Klamauk für Teenies. "Zoolander 2" ist auch Klamauk und von Ben Stiller. Der darf da Penélope Cruz an den Busen fassen, kann Benedict Cumberbatch zum Mitspielen bewegen und hat noch illustre Gast-Auftritte von Leuten wie Anna Wintour, Sting oder MC Hammer. Sogar Kritiker können ihn manchmal leiden. Irgend etwas macht Ben Stiller richtig. Adam Sandler wird sich wohl ewig fragen, was.

"Paranormal Activity: Ghost Dimension" muss man nicht unbedingt gesehen haben. "Indiana Jones" von eins bis vier muss theoretisch jeder schon mehrmals gesehen haben. Aber es gibt ja noch die Serien. Als Eigenproduktion steht wieder einmal nur "Transparent" auf dem Programm. Na ja- wer es mag. Staffel drei läuft ab 23. September.

"Ash vs. Evil Dead" kommt von Starz zu Amazon Deutschland. "Ash (Campbell) ist Lagerarbeiter, alternder Schürzenjäger und Dämonenjäger - mit einer Kettensäge statt einer Hand. Die letzten 30 Jahre hat er sich davor gedrückt, Verantwortung zu übernehmen, erwachsen zu werden und gegen das Böse vorzugehen. Als eine dämonische Plage die Menschheit auszulöschen droht, ist Ash jedoch gezwungen, sich seinen Dämonen zu stellen - im wahrsten Sinne des Wortes. Doch das Schicksal scheint den ungewöhnlichen Helden nicht aus den bösen Fängen befreien zu wollen..." Na ja, Dämonen- also nicht direkt Zombies. Aber bestimmt mit Kettensägen-Massaker.

"The Path" ist aus mehrerer Hinsicht interessant. Zuerst natürlich die Besetzung. Jesse Pinkman persönlich, ähh, Aaron Paul ist dabei. Dazu Michelle Monaghan. Die war sogar schon auf "Mission Impossible" als Ethan Hunt's Frau. Dazu Hugh Dancy, der als "Profiler" den edelsten aller Kannibalen, Hannibal Lecter, in Serie gejagt und irgendwie auch gemocht hat. Nur ohne die ganz junge Jodie Foster. Bezahlt hat die gewiss nicht billige illustre Besetzung ein Streaming-Dienst. Nein, nicht Amazon. Auch nicht Netflix mit seinem oft bewunderten Riesen-Budget. Sondern Hulu. Und wohl, weil es Hulu bei uns nicht gibt, landet das Werk in Deutschland auch nicht im Fernsehen- sondern bei Amazon. Es geht um eine fiktive Sekte voller Lügen und Intrigen. In den USA war "The Path" für Hulu ein echter Erfolg.

"Life in Pieces" ist eine Sitcom- von CBS. Und das Beste wie immer zum Schluss: "Mr. Robot" ist im Orignal als Staffel zwei ja schon so nach und nach eingetrudelt. Ab 30. September spricht er auch Deutsch.

Maxdome hat die "Star Trek"-Filme gut einen Monat nach Amazon jetzt auch. Und auch "Indiana Jones" eins bis vier. Und "Inception" mit Leonardo di Caprio. Für die meist jugendlichen Streamer vielleicht am interessantesten: Ohne Aufpreis gibt's bei Maxdome Marvels "Agent Carter" und noch zwei Staffeln "Agents of S.H.I.E.L.D." obendrauf.

Dafür bin ich zu alt. Deshalb (das Beste zum Schluss!) noch eine Film-Empfehlung bei Amazons Prime: "Die Entdeckung der Unendlichkeit" über den großen Stephen Hawking. Das ist herrlich gespielter romantischer Kitsch mit ernstem und sogar hoch wissenschaftlichem Hintergrund. Also keine Zombies. Also was für uns Ältere...

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