The Olympic Channel: Denn 17 Tage sind nicht genug.



Wenn in Rio die olympische Flamme erlöscht, dann beginnt etwas Neues. Eine "bahnbrechende neue Medien-Destination" erwartet uns dann, so verspricht es zumindest das Internationale Olympische Komitee. Als App für Android wie für iOS sowie unter seiner Webadresse geht "The Olympic Channel" an den Start.

"Der Start des 'Olympic Channel' am 21. August ist der Beginn eines spannenden neuen Weges, um das weltweiten Publikum mit der Olympischen Bewegung das ganze Jahr über zu verbinden. Die Fans bekommen die Möglichkeit, Sport, Sportler und die Geschichten hinter den Olympischen Spielen zu verfolgen. Der Olympischen Kanal wird uns alle begeistern und eine neue Generation von Athleten und Fans erreichen", so IOC-Präsident Thomas Bach.

Es ist erst einmal nur einer von unzähligen neuen Streaming-Kanälen im Netz. Aber eben auch der "Beginn eines Weges". In Rio werden ARD und ZDF wohl zum letzten Mal von Olympia berichten, so wie es immer war. Also mit gewaltigem, durch Rundfunkbeiträge finanziertem Aufwand, um mit den teuren Sportrechten zumindest für ein paar Wochen den drögen und altertümlichen öffentlich-rechtlichen Programmen eine Frischzellenkur zu erkaufen.

Die Überraschung war groß, als die Olympia-Rechte ab 2018 an den US-Medienkonzern Discovery gingen. Aber das IOC ist eben auf der Suche nach einer "neuen Generation" von Olympia-Fans und denkt, sie dort eher zu finden. Und um Geld geht es beim Spitzensport natürlich wie immer auch. Jetzt müssen ARD und ZDF bei Discovery teure Sublizenzen erwerben- oder eben verzichten. Und haben offenbar noch große Schwierigkeiten, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden.

Man mag von Olympia, dem IOC, Privatfernsehen oder Thomas Bach halten, was man will. Aber wenn Usain Bolt oder die US-Basketballer ihre Schuhe geschnürt haben, dann entsteht Content. Und zwar Content der seltenen und wertvollen Sorte- die Sorte, die sehr, sehr viele sehen wollen.

So wie zum Beispiel bei Netflix. Auch ein "Olympic Channel" könnte zu einem Weg werden, auf dem der Produzent, also in diesem Fall nun auch das IOC, seinen "Content" direkt bei den "Fans" verwertet. Irgendwann vielleicht sogar ganz ohne Fernsehsender- egal, ob öffentlich-rechtlich, privat, aus Deutschland oder aus den USA. Ganz einfach, weil es jetzt geht.

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