Suchen und Finden- Netflix bringt "Flixtape", ein Mixtape für Fernsehen

Screenshot: Netflix Flixtape
Es ist das ewig gleiche Problem. Einst, als es nur ein paar in schwarz-weißen Bildern vor sich hin flimmernde Fernsehsender gab, da waren alle offenen Fragen noch sehr schnell geklärt. Später gab es immer mehr und immer buntere Sender und es entstand das komische Gefühl, irgendwo da draußen könnte doch noch etwas Sehenswertes sein- wenn man nur wüsste, wo. "Programmzeitschriften" machten daraus sogar ein Geschäftskonzept und druckten bevorstehende "Sendungen" auf echtes Papier. Andere ewig Suchende erfanden das "Zapping".

Zu immer mehr Sendern gibt es jetzt auch noch immer mehr Streaming-Angebote, Mediatheken und sonstiges digitales Zeug. Nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit muss nun eigentlich da irgendwo etwas Sehenswertes sein. Ich muss es nur finden. Aber wie?

Bei den Streamern gibt es da ja die "Benutzeroberflächen". Oder einen "Algorithmus", der uns auf wundersame Weise die richtigen Vorschläge unterbreitet. Naja. Viele Vorschläge gibt es. Wenn es da draußen jemandem gibt, dem diese bei der Lösung des Problems irgendwie geholfen haben, dann bitte ich um Rückmeldung.

Dann kamen die Streaming-Suchmaschinen. Und jeder Streaming-Anbieter hat natürlich auch noch eine eigene Suche. Die lösen aber alle nur die leichtere Hälfte des Problems. In der Suche erfahre ich: Wo. Aber nur, wenn ich vorher weiß: Was. "Was Schönes" ist die Standardantwort der besten Frau von allen auf die Frage, was wir denn anschauen wollen. Auf die Eingabe "was Schönes" reagieren die meisten Suchmaschinen aber mit eher skurrilen und nicht befriedigenden Antworten.

Maxdome sucht die Lösung sogar in einer Redaktion aus richtigen Menschen. Und Netflix jetzt auch. Nur dass Netflix die Redaktion nicht bezahlen will. Das heißt in der neuen digitalen Welt dann "Social". Aber fest angestellte und bezahlte Redakteure sind ja leider auch nur so etwas wie "Journalisten". Also niemand, dem man bedenkenlos vertrauen könnte.

Deshalb sollen wir bei Netflix selbst festlegen, was uns gefällt- und dieses Wissen dann teilen. Also Playlisten erarbeiten, sozusagen. "Flixtape" heißt das Ganze und erinnert damit nicht von ungefähr an das gute alte "Mixtape", mit dem DJ's oder sonstige Menschen, deren Musik-Geschmack wir vertrauen, schon seit den Zeiten der "Musik-Kassette" ihre "Playlists" mit uns teilen. Und damit manchmal auch reich oder wenigstens berühmt wurden.

Vielleicht findet sich für die kommenden "Flixtape"-Könige da ja auch noch irgend eine Lösung. Dass die Idee eine Lösung für mein Programm-Problem bringt, glaube ich nicht. Mein Umfeld ist genau wie ich- also zu faul, um "Playlists" für andere zu erstellen. Sollen die doch selbst suchen- dann ist die Freude viel größer, wenn man mal findet.

Netflix kennt aber anscheinend das Problem und sucht zumindest nach einer Lösung. Und vielleicht ist "Flixtape" ja etwas für euch. Bisher gibt es das aber nur in Englisch.

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