Freiheit für Achim Winter- auch wenn ich ihn gar nicht leiden kann.

Screenshot: Youtube / "Tichys Einblick"
Es gibt so Sachen, die machen mich richtig wütend. So wütend, dass ich aufpassen muss, nicht in "Hatespeech" zu verfallen. Denn "Hatespeech" ist verboten. Da kümmert sich sogar das Bundeskriminalamt darum- mit bundesweiten Razzien als "Erzieherische Maßnahme".

Bei diesen Razzien des BKA ging es übrigens um Leute, die im Internet mehr oder weniger öffentlich Sätze von sich geben, in denen Begriffe wie "vergasen" oder "aufhängen" im Zusammenhang mit Personen fallen, die sie wohl nicht leiden können. So etwas ist aus gutem Grund verboten. Nicht nur im Internet. Deshalb muss die Staatsmacht da etwas tun- auch wenn es ziemlich schwierig ist.

Diesen "Kampf gegen Hasskommentare" macht das ZDF nun "lächerlich", meint "Die Zeit". Und spätestens da werde ich richtig wütend. Denn es geht gar nicht um "das ZDF", sondern um Achim Winter. Der läuft gelegentlich für die ZDF-Sendung "Hallo Deutschland" durch provinzielle Fußgängerzonen und stellt ahnungslosen Leuten komische Fragen. Es geht ums Zeitgeschehen und er kommentiert das dann. Manche finden das lustig. Manche nicht.

Ich persönlich finde ihn ein wenig onkelhaft. Aber egal. Ich verstehe ohnehin nicht jede Art von Humor und Achim Winter hat offensichtlich sein Publikum. Nach Meinung der "Zeit" wird der hochpolitische "Kampf" der Staatsmacht gegen Hasskommentare nun ins Lächerliche gezogen, weil Achim Winter lustige Fragen in Fußgängerzonen stellt.

Geht's noch? Denn nirgendwo hat Winter sich darüber lustig gemacht, dass rechtliche Folgen entstehen, wenn man Wünsche wie "vergasen" im Zusammenhang mit anderen Personen äußert. Dafür ging es aber um die durchaus nicht unumstrittene "Amadeu Antonio Stiftung", die nach Meinung ihrer Kritiker wohl gern die Rolle der Staatsmacht übernehmen würde, um dann neu festzulegen, was staatliches Handeln erfordernde Hasskommentare sind und was nicht.

Die Stiftung fand das "verstörend" und hat deshalb Beschwerde eingereicht. Sie verlangt, den Beitrag aus der ZDF-Mediathek zu löschen. Die "Zeit" freut sich, dass Achim Winters schreckliches Vergehen so nun endlich "Thema" wird beim ZDF Fernsehrat. Toll. Und das Ganze hat natürlich überhaupt gar nichts damit zu tun, dass Winter bei "Tichys Einblick" sein rundes Gesicht auch für dessen YouTube-Kanal hinhält. Von dessen "Einblicken" man wiederum auch halten kann, was man will. Auch wenn es um seine ständige und durchweg unfreundliche Kritik an der "Amadeu Antonio Stiftung" geht. Nein, Gedanken wie "dann soll er doch sehen, was er davon hat- jedenfalls kein Gehalt aus Rundfunkgebühren mehr", solche Gedanken liegen dieser Stiftung sicher völlig fern.

Liebe Leute, und vor allem ihr Journalisten, kommt endlich mal wieder runter. Ja, die Welt ist bunt und es gibt auch konservative Meinungen. Das ist furchtbar. Viel furchtbarer wurde es allerdings in Deutschland immer dann, wenn einer "einen Kampf" hatte, den niemand in Frage stellen oder sich gar darüber lustig machen durfte. So jedenfalls findet ihr Medienmacher nie wieder heraus aus eurem dunklen Herbst.

Und spätestens dort, wo man die paar Kriminellen, die "vergasen" und "aufhängen" schreien, mit den gar nicht so wenigen Konservativen wie denen da in einem Topf zusammenrührt- spätestens dort beginnt ein Land, das ihr gewiss nicht betreten oder auch nur kennen lernen wollt.

Kommentare