Deutschland streamt mit Amazon- Netflix ist nur Zweiter

Foto: Amazon / © Twentieth Century Fox Film Corporation
"Deadpool" kann man jetzt auch für 4,99 Euro ausleihen. Und das machen wohl auch viele- bei Amazon. Die Kino-Überraschung des Jahres gibt es natürlich auch anderswo zum Kauf oder zur Miete. Aber in Deutschland schlagen die meisten sicherlich bei Amazon zu.

Denn Amazons Video-Dienst ist ja weit mehr als "nur" das schon recht umfangreiche Angebot für die Prime-Abonnenten. Oder noch besser gesagt: Prime Video ist eigentlich eher ein wunderbares Schaufenster, in dem der E-Commerce-Riese viele weitere Angebote bestens präsentieren kann, welche dann für zusätzlichen Umsatz sorgen.

Wir Deutsche mögen das offensichtlich- Goldmedia hat gerade wieder einmal nachgemessen. Amazon darf sich weiter "Deutschlands beliebtester Video-Streaming-Service" nennen und ist unter den Pay-VoD-Diensten mit 32 Prozent der am häufigsten genutzte Anbieter. Auch Netflix kann zufrieden sein und hat sich innerhalb von weniger als zwei Jahren als Nummer zwei etabliert. 17 Prozent aller Pay-VoD-User nutzen Netflix. Auf den Plätzen folgen die Angebote von Sky (12%), Maxdome (11%) und Google Play (10%).

Noch wichtiger aber ist wohl: Die Zeiten, als sich die etablierten Fernsehmacher keine Sorgen machen mussten, sind wohl endgültig vorbei. Video-on-Demand ist im Massenmarkt angekommen, nach der Goldmedia-Studie nutzen derzeit 43 Prozent aller Onliner in Deutschland kostenpflichtige VoD-Angebote - und das sind rund 24 Millionen Nutzer. Im Februar 2015 hatte man noch 35 Prozent gemessen, im September 2014 erst 20 Prozent. Die Umsätze der Anbieter schätzen die Berliner Experten auf 423 Millionen Euro, etwa 2021 sollen sie die Milliardengrenze erreichen.

Und die Nutzer können sich auf die Zukunft freuen: "Derzeit kämpfen verschiedene, finanzstarke '500-Pfund-Gorillas' wie Amazon, Netflix und Google, aber auch Pro7 mit maxdome und Sky um mehr Marktanteile in Deutschland. Die Ergebnisse sind vielfältigere Inhalte, niedrigere Preise und besserer Service", so Goldmedia-Geschäftsführer Dr. André Wiegand. "Im Kampf um Marktanteile wird künftig der Anbieter die Nase vorn haben, der am meisten zu bieten hat: niedrige Preise, attraktive Serien und Spielfilme, eine hohe Aktualisierungsrate, Original Content, redaktionell gestützte Empfehlungen und eine geräteübergreifende Nutzbarkeit. Ein noch größeres Wachstum ist vorstellbar, wenn die Mobilfunknetzbetreiber zeitnah Datentarife für Pay-VoD-Angebote einführen."

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