Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im August.

Immer mehr "Peanuts" werden Prime ! Foto: Amazon 

Endlich gibt es wieder jemanden, der sich für eine perfekte Kindheit einsetzt: Die Streamingdienste. Bei Amazon Prime gibt es im August zwei weitere Staffeln "Peanuts". Und noch besser: Insgesamt 14 (!) "Staffeln" der Augsburger Puppenkiste. Naja, in "Staffeln" hat damals wohl keiner gedacht. Aber es sind ziemlich viele "Folgen".

Für die moderneren "Kids" hat Netflix dagegen mehr "Glitter Force". Und Amazon mehr vom eigenen Original "Gortimer Gibbon". Meiner Meinung nach wird Modernität im Kinderprogramm überbewertet. Wäre ich heute wieder Kind, dann müsste nur noch jemand "Die Muppet Show" endlich einmal ins Streaming-Programm nehmen. Natürlich die "Muppets" von früher, im Original wie in der genialen deutschen Synchronisation. Sie wissen schon. "Smörebröhd, Smörebröhd, rrrömm pömm pömm pömm... Der dänische Koch konnte damals meinen Onkel für einen ganzen Tag zum Singen bringen. Und Waldorf und Statler- das waren die ersten richtigen Blogger, noch weit vor dem Internet.

Aber nun zu den Erwachsenen. Ein wenig Sommerloch zeigt sich nun doch im Programm. Obwohl Netflix seine laut Variety bisher teuerste Serie an den Start bringt. Mit 120 Millionen Dollar für zwölf Folgen wird "The Get Down" möglicherweise sogar pro Folge noch teurer als "Game of Thrones". Wenn denn alle Folgen irgendwann einmal fertig sind.

Erst einmal gibt es nur die Hälfte. Und das Geld floss wohl nicht in große Schlachten, virtuelle Drachen oder Jennifer Lawrence in einer Hauptrolle, sondern in ein nicht zuletzt durch die Großzügigkeit von Netflix ermöglichtes künstlerisch-kreatives Chaos bei der Produktion. Ob das HipHop-Drama so viel Geld wert ist, muss nun das Publikum beurteilen. Die Probleme von Netflix bei der Globalisierung wird "The Get Down" aus meiner Sicht nicht beheben. Und der dänische Koch der Muppets groovt die "Jungs aus der Bronx" mit nur einem Löffel glatt an die Wand.

Die Netflixe können ja statt dessen die großartigen "Stranger Things" vom Juli noch einmal anschauen. Oder sich auf mehr "Narcos" ab dem 2. September freuen. Denn US-StandUp-Comedy mit David Cross oder "Jeff Foxworthy & Larry Cable Guy" ist bei uns sicher auch nur etwas für ein US-affines Nischen-Publikum. Und dann bleiben dem deutschen Abonnenten praktisch nur noch die Einkäufe.

"Orphan Black" geht bei uns als "Netflix Original" in Staffel vier. In "Xoxo", einem "Netflix Original"-Film, geht es um ein "EDM"-Festival und der dänische Koch ist wieder nicht dabei. Mit "Fearless" kommt eine Doku über Bullenreiter. Naja.

"Holding the Man" ist ein noch frisches australisches "Coming Out"-Drama. Johnny Depp (!) ist Donald Trump in "The Art of the Deal" - The Movie, denn das ist eigentlich ein Buch. Direkt von Sixx kommen die "iZombies" zu Netflix. Und von der BBC die "Land Girls", die wegen historischer Unkorrektheit beschimpft wurden, weil die heldenhaften Soldaten des zweiten Weltkrieges dort nicht so gut wegkommen. Dem nicht-soldatischen englischen Publikum haben die Mädchen vom Lande dagegen gefallen, was die Serie vielleicht interessant macht. Das auch schon etwas angestaubte spanische "Grand Hotel" eröffnet jetzt bei Netflix mit drei Staffeln. "Touch" ist Mystery von Fox und vom "Heroes"-Macher Tim Kring. Und dann gibt es bei Netflix noch Spielfilme.

So geht der junge Leonardo DiCaprio mal wieder an "The Beach". Wahrscheinlich für die drei Zuschauer weltweit, die es noch nicht gesehen haben. Mich macht der Film nur noch traurig, weil ich weiß, wie es dort knapp zwanzig Jahre später jetzt wirklich aussieht. "Upside Down" habe ich vor kurzem bei Amazon gesehen und nicht wirklich verstanden. Ist so Mädchen-Science Fiction für Teenies. "America’s Sweethearts" ist lustig, grandios besetzt (Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci) und sechzehn Jahre alt. "Palmen im Schnee" ist dagegen neu, spanisch und verspricht "eine grenzenlose Liebe".

Noch mehr gefällig? "Sphere - Die Macht aus dem All", "Die Brücke von Arnheim", "Der Mann in der eisernen Maske" oder "Zahltag" mit einem fast noch jungen Mel Gibson. Hört sich an wie einer der kleinen Privatsender im Sommerloch. Womit wir wieder beim Thema wären.

Bei Amazon geht es dazu thematisch passend weiter. Die Zombies von "Fear the Walking Dead" kommen zurück. Die zweite Staffel ist noch nicht zu Ende, im August kommt sozusagen Staffel zwei Punkt eins. Es gibt eine dritte Staffel "Turn". Das Historien-Drama in Serie von AMC ist besser als sein Ruf. Und auch Amazon hat jede Menge Filme.

Emily Blunt, einst schnippische "Vogue"-Chefsekretärin in "Der Teufel trägt Prada", ist in "Sicario" jetzt FBI-Agentin im ewigen Drogenkrieg im "Breaking Bad"-Land. "Who Am I - Kein System ist sicher", auch nicht das von Amazon und schon gar nicht vor Tom Schilling und Elyas M'Barek. "Keine gute Tat" ist gewohnt Dunkles mit "Luther" Idris Elba. Robert De Niro und John Travolta haben eine "Killing Season". In "Transcendence" ist Johnny Depp nicht Donald Trump, aber mal wirklich gefährlich.

Es gibt richtig schöne Jungs-Filme wie "Auge um Auge - Out of the Furnace" mit Christian Bale. Horror in "The Hallow". Und nein, kein Rubinrot, kein Smaragdgrün, aber dafür Saphirblau. Die Zielgruppe für zeitreisende Mädchen weiß Bescheid.

Das Beste aber kommt zum Schluss: AMAZON! BRINGT! SHARKNADO! Na ja, erst einmal nur Teil eins und zwei und ohne die eigentlich unverzichtbaren Szenen mit Oliver Kalkofe und Peter Rütten. Das ist schon ein wenig wie "Muppets" ohne Waldorf und Statler. Und nach einem dankenswerten Leserhinweis: Maxdome hat "Sharknado" auch. Genauso wie Netflix. Aber der "Waldorf und Statler"-Gag gehört mir.

Und noch ein ernsthafter Tip: "Tyrant" ist jetzt bei Amazon oder auch bei Maxdome. "Homeland" ohne Carrie- geht das? Na ja, nicht ganz. Die Charaktere sind schon etwas holzschnittiger- aber das Orient-Set ist stimmig und zur Überbrückung für Fans, bis Carrie wieder zum Dienst erscheint, passt die Serie ganz gut.

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