Mark gefällt das nicht: Pleiten, Pech und Pannen bei Facebook

Foto: Facebook
Für Mark Zuckerberg war es keine gute Woche. Zumindest scheint sein Weg zur Weltherrschaft über die neue Welt des Fernsehens mittlerweile wieder etwas länger zu sein. Jedenfalls deutlich länger, als er noch Ende März zur Facebook-Entwicklerkonferenz F8 in San Francisco erschien.

Großes und Überzeugendes war dort noch in eindrucksvollen Präsentationen zu sehen und der Erfolg des Social Media-Giganten im Kampf mit dem ewigen Rivalen Google um die bewegten Bilder im Netz ist ja auch eindrucksvoll und unübersehbar. Womit wir wieder bei Opa und seinen zeitlosen Kalendersprüchen wären und heute haben wir auch einen für Facebook: "Kunst kommt von können, nicht von wollen- sonst hieße sie ja Wunst".

Die schwarze Woche begann am Montag mit einem Artikel von "Gizmodo", in dem ehemalige Facebook-Mitarbeiter berichteten, dass konservative politische Meinungen aus den "Trending Topics", die es für die Facebook-Nutzer in den USA seit kurzem gibt, zugunsten eher linker Standpunkte ferngehalten würden. Und zwar durch echte Menschen, also Zensoren, und nicht durch den Algorithmus.

So etwas wäre in den USA selbst für eher linke Politiker kein Kavaliersdelikt. Anders als in Deutschland gibt es dort eine tief verankerte Kultur der Meinungsfreiheit, völlig egal, welche Meinung man dort auch immer vertritt. Da wird es Facebook nicht helfen, dass der zuständige Manager die Vorwürfe sofort in einer ausführlichen Stellungnahme zurückwies. Zuckerberg bekam unverzüglich Post vom zuständigen Handelsausschuss des US-Senats und darf innerhalb von zwei Wochen Stellung dazu nehmen. Und dabei wird es wohl nicht bleiben.

Auch diese Woche begann gar nicht gut für Facebook. "Digiday" machte darauf aufmerksam, dass Facebook zwar sehr erfolgreich Milliarden an Video-Abrufen produziert- aber überwiegend als Stummfilm. Man hat es aus eigener Erfahrung heraus zwar eigentlich geahnt, aber nun gibt es dazu auch Zahlen, und die sind doch erstaunlich: Sagenhafte 85% aller Video-Abrufe laufen bei Facebook ohne Ton. Die User schalten den in der Regel auf ihrem Smartphone nicht an. Das dürfte ebenfalls gravierende Folgen haben- die Herren der TV-Werbespots, auf deren Budgets Facebook mit seiner Video-Offensive ja vorrangig zielt, werden dafür jedenfalls kein "gefällt mir" vergeben.

Als sei dies alles noch nicht genug, gab es die ultimative Image-Blamage nun heute. Die Welt kennt nun wieder etwas Neues. Und zwar das erste wirklich große und wichtige Facebook-Live-Video auf YouTube. Das ultimative Reichweiten-Portal BuzzFeed hatte keinen geringeren als US-Präsident Obama zum Facebook Live-Interview geladen und noch ehe der wichtigste Führer der freien Welt seinen Stuhl zum Termin erreicht hatte, fiel Mark Zuckerbergs große Zukunfts-Plattform ganz einfach aus. Sehr wahrscheinlich sogar ohne die Hilfe von einem "Trending Topics"-Zensor.

Es sollte das erste "Facebook Live" Interview des "POTUS" werden und "BuzzFeed" reagierte ebenso schnell wie vorbildlich- mit einem Link unter dem kaputten Facebook-Video hin zu der Obama ja längst gut bekannten Plattform YouTube...

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