Eine "alles für alle" - Maschine: Die Google I/O hat begonnen

Screenshot: events.google.com
Nun gab es doch keine wirklichen Neuigkeiten zum Thema Android-TV von Google zur I/O - Eröffnung zu hören. Statt dessen lässt einen die Keynote des Internet-Riesen irgendwie ratlos zurück. Mehr als zwei Stunden prasselte ein Feuerwerk an Neuigkeiten aus der Android-Galaxie auf die Zuschauer im Rockkonzert-Ambiente in Mountain View herunter- ein fokussiertes Konzept war im Sammelsurium der tollen Sachen aber kaum erkennbar.

Vielleicht kann man es so beschreiben: Google will mehr von allem, besseres von allem und vor allem alles von allem. Immer mehr Apps, Tools, Features und vor allem "Opportunities" für die anwesende Zielgruppe der Entwickler und Internet-Eroberer. Also Chancen und Möglichkeiten, die diese dazu verführen, ihre Arbeit und ihre Ideen zu investieren um das wachsende Googleversum mit Leben zu füllen.

"Daydream" finde ich interressant. Das wird die Virtual Reality-Plattform für Google unter dem kommenden Android N. Mit Netflix, IMAX, HBO Now oder den Basketballern der NBA sind da schon interessante Partner an Bord. "Google Home" ist der erwartete Klon von "Amazon Echo" und weiß alles, was Google weiß. Apps werden in Zukunft auch ohne Installation benutzt werden können- das könnte einen Milliarden-Markt ziemlich durcheinander wirbeln.

Die neuen Apps im Stream werden auch den "Android TV"-Markt verändern. Vielleicht sehen wir bald Netflix-Serien oder Basketball-Spiele in Virtual Reality mit irgendeiner Brille. Das war es dann aber auch schon. Es gab etliche Features zu sehen, zu denen ich keine Idee dazu hab, wer das brauchen könnte. Und manches, was man wie "Home" unter anderem Namen schon irgendwie kennt.

Künstliche Intelligenz, AI, war auch ein zentrales Thema, vielleicht das zentrale Thema überhaupt. Die Google-Cloud wird schnell intelligenter, weiß mit rasantem Tempo immer mehr und soll uns alle in Zukunft mit allen, wirklich allen Informationen versorgen. Fernsehen ist da nur eine von vielen. Und da liegt vielleicht auch der wichtigste Kritikpunkt: Den Google-Nerds fehlt der Blick auf die reale Welt hinter ihrem digitalen Kosmos. Sie bauen an einer "alles für alle"-Maschine für eine aus ihrer Sicht dann viel bessere Welt. Die aber wird niemals unter ihrer Kontrolle funktionieren. Die Welt da draußen kann das nicht zulassen. Wären sie tatsächlich erfolgreich, dann nimmt man sie ihnen weg.



Update: Auch das "Xiaomi"-Rätsel ist nun gelöst. Mit einer Android TV-Box erscheint der Hersteller in diesem Jahr erstmals auf dem US-Markt.

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