Demonstration der Stärke? Netflix präsentiert in Paris sein Programm.

Foto: Adrien Lachappelle/Netflix
Diese ewigen Nörgler aber auch. In diesen komischen Blogs, in auf wertvollem Holz gedruckten Zeitungen, ja sogar in Berichten von Mitarbeitern vom guten alten Fernsehen, denen Netflix-Chef Reed Hastings regelmäßig die kommende Arbeitslosigkeit voraussagt- es waren wohl in letzter Zeit einfach zu viele weniger euphorische Netflix-Nachrichten im Umlauf.

Adam Sandler sei nicht mehr wirklich lustig, so hieß es. "Making a Murderer" sei eine tolle "True Crime"- Dokumentation, ja. Aber stimmt das auch alles? Der Netflix-Katalog an Serien und Filmen sei kleiner geworden. Und den Alt-Abonnenten in den USA und Großbritannien drohe in den nächsten Wochen die Angleichung ihrer günstigen Bestandstarife an das aktuelle Niveau und damit eine deutliche Anhebung. Da würden manche gewiss nicht länger an Bord bleiben.

Zeit für ein "Slate-Event". Zeit, um einmal aufzulisten und zu präsentieren, was die Abonnenten als Gegenleistung an tollen Serien und Filmen erwartet und was sie denn alles demnächst noch erwarten können. Netflix lud Journalisten nach Paris ein und stellte dort seine Programm-Highlights vor - prächtig umrahmt von zahlreichen Netflix-Stars. Neben Chef Reed Hastings gaben sich unter anderem Hollywood-Topstar Kevin Spacey, die Comedians Ashton Kutcher und Ricky Gervais, "Daredevil" Charlie Cox oder das einstige "Bond"-Girl" Michelle Yeoh die Ehre.

"Marseille" ist natürlich das nächste kommende Serien-Highlight. Die erste französische Netflix-Serie mit Gerard Depardieu als alterndem Bürgermeister im Kampf um die Macht mit allen Mitteln und in südfranzösischem Ambiente sieht vielversprechend aus. "Orange is the New Black" soll in der vierten Staffel deutlich ernsthafter werden. Das "House of Cards" wird auch im nächsten Jahr zum fünften Mal wieder geöffnet werden.

Obwohl schon längst erwartet, ist es jetzt doch irgendwie überraschend, dass die zweite Staffel von "Marco Polo" nun tatsächlich fast im Kasten ist. Am 1. Juli soll sie online gehen. Mehr "Daredevil" wird kommen, na klar. Und das größte Netflix-Projekt derzeit ist sogar auch noch ein weiteres Europäisches: "The Crown" zeigt das Leben von Elizabeth der II. in voller Pracht. Die erste Staffel gibt es ab 1. November, insgesamt zwei sind derzeit geplant und es könnte die teuerste Fernsehserie aller Zeiten werden. Und ein deutsches Projekt gibt es ja nun mittlerweile auch. Ebenfalls interessant: Die Verfügbarkeit in 4K UHD wird bei den neuen Netflix-Produktionen langsam fast schon Standard.

Ob's reicht? Ich weiß es nicht. Es ist die Frage aller Fragen. Nächste Woche gibt es neue Zahlen für die Börsianer und die Welt wird auf die ersten Zahlen zur Abonnement-Entwicklung nach dem globalen Start von Netflix geradezu starren. Die Veranstaltung in Paris war hoffentlich weder eine Biene Maja noch ein Kaninchen.

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