Alles neu bei Telekom Entertain - mehr Konkurrenz, bitte!

Foto: Telekom
Neulich gab es hier Nachrichten aus der Stadt, die mich sprachlos machten. Der marktführende Kabel-TV-Anbieter kündigte für seine Kunden ein neues "Basis"-Angebot an. Das ist erst einmal an sich nichts Aufregendes, nur... das Angebot ist billiger. Unter zehn Euro. Ungeheuerlich. Es gibt so Sachen, da hat man sich einfach daran gewöhnt, dass sie in regelmäßigen Abständen ohne ersichtlichen Grund teurer werden, so dass man eine solche Überraschung erst einmal verkraften muss.

Über viele Jahre war es für Mieter normal, dass sie für das Privileg des Empfangs von Fernsehprogrammen ständig mehr bezahlen mussten. Nicht selten kostet die Funktion der Dose im Wohnzimmer heute doppelt so viel in Euro wie einst in D-Mark und ich kenne praktisch niemanden, der ernsthaft behaupten würde, das Programm sei irgendwie besser geworden. Die meist im Besitz immer mal wieder wechselnder "Heuschrecken" befindlichen Anbieter hatten im oft engen Zusammenspiel mit den Wohnungseigentümern nur einen sehr schönen und sehr lukrativen Zugang zu den Konten der Verbraucher gefunden.

Wenn sich an einer so schön funktionierenden Sache etwas ändert, dann kann es eigentlich dafür nur einen Grund geben: Konkurrenz. Für eine lange Zeit gab es da ja nur die Satelliten-Schüssel, und die durften Mieter eben nicht so einfach installieren. Dann kam das digitale Antennenfernsehen DVB-T. Das lieferte aber nicht die schönen und neuen HD-Bilder und auch die Programm-Auswahl war recht limitiert. Wenn man DVB-T denn überhaupt empfangen konnte. Jetzt baut man gerade am neuen DVB-T2, das könnte eigentlich eine prima Konkurrenz werden- aber die Privatsender wollen zu viel Attraktivität wohl verhindern, indem sie ihre HDplus-Kasse davor aufstellen.

Die echte Konkurrenz fürs Kabel-TV kommt dagegen aus dem Netz. Wer zum Beispiel DVB-T mit Netflix und Amazon Prime bündelt, bezahlt nicht mehr als für einen durchschnittlichen Kabel-TV-Anschluss und hat ein für manche sicher sehr attraktives TV-Angebot. Und dank langsam besser werdender Internet-Infrastruktur werden für viele auch IPTV-Angebote wie Telekom Entertain immer interessanter. Okay, auch schnelles Internet kostet. Aber wer will und kann darauf schon verzichten? Und wenn es ohnehin da ist, dann kann man es auch nutzen- zum Beispiel für Fernsehen.

Fünf Millionen Kunden sollen in zwei Jahren "Entertain"-Fernsehen von der Telekom empfangen und das ist wohl noch ein weiter Weg. Aber immerhin 2,7 Millionen sind es aktuell schon. Telekom Entertain bietet attraktive zusätzliche Inhalte wie zum Beispiel demnächst die Eishockey-Bundesliga. Dazu allein etwa 100 FreeTV-Kanäle und ein mittlerweile fast unüberschaubares PayTV-Angebot auch in Fremdsprachen für den, der es mag. Und wenn man mit dem Fernseher ohnehin schon im Internet ist, sind Mediatheken, Netflix, Amazon und Co. auch nicht mehr weit weg. Egal ob türkischer Schmonzettenkanal, ARD und ZDF, RTL & Co. mit oder ohne HD, Sky oder eben Video on Demand- Entertain ist mittlerweile eine riesige Inhalte-Plattform für alle und alles. Wenn man es denn findet.

"Fernsehen wird eins" das verspricht Telekom Entertain jetzt ab 2. Mai für seine Kunden und die generalüberholte Plattform sieht richtig gut aus. "Freude am Fernsehen" soll dort ausbrechen, so versprechen es jedenfalls die Werber, und der Weg dahin ist beim neuen "EntertainTV" ganz ähnlich wie der Weg, den Samsung gerade mit seinen neuen SmartTV's beschreitet: Eine Bedienungs-Oberfläche für alles. Egal ob LiveTV, PayTV, zeitversetztes Fernsehen, Mediatheken oder Streaming-Anbieter- alles wächst mit allem zusammen zu einem einzigen Angebot. Naja, beim Streaming gibt es Maxdome oder Telekoms Videoload. Netflix oder Amazon sollen aber eventuell noch folgen. Durch das neue Design können die Nutzer Orientierung in der Angebotsfülle erhalten. Eine intelligente Suche durchforstet alle verfügbaren Mediatheken, On-Demand-Inhalte sowie Live-TV.

Sogar ein wenig "Social TV" ist dabei. Das Hauptmenü zeigt die Top 3 der gerade meist gesehenen Inhalte auf EntertainTV an. 40 Live-TV-Sender und Tausende Videos kann man unterwegs auf Smartphone oder Tablet anschauen. Jedenfalls, wenn man einen dafür geeigneten Mobilfunk-Tarif hat. "EntertainTV" bringt einen neuen Receiver mit, dessen Prozessor dreimal schneller ist als beim Vorgänger und mit einer 500 GB-Festplatte arbeiten kann. Für viele Sendungen gibt es die neue Funktion "Restart"- wer den Anfang verpasst hat, kann nochmal von vorne schauen. Statt separater SD- und HD-Kanäle gibt es jeweils nur noch einen Kanal. Sender werden immer automatisch in der verfügbaren besten Qualität ausgestrahlt

Das ganze kostet gut 15 Euro für Telekom-Kunden. Natürlich plus alle "Pay", die man schaut. Gar kein so schlechtes Angebot. Denn, wie schon oben beschrieben: Es kann gar nicht genug Konkurrenz geben...

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