Zattoo: Streaming TV wird zum Mainstream

Grafik: Zattoo
Rund die Hälfte aller Deutschen (genauer: 46 Prozent) kann sich vorstellen, ihr Fernsehprogramm zukünftig ausschließlich über Internet-TV zu bekommen. Das sind 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung, die das Marktforschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag von Zattoo zum zweiten Mal in Deutschland durchführte. Insgesamt 1.014 Personen ab 15 Jahren nahmen an der Online-Erhebung teil und gaben wie Anfang 2015 Auskunft zu ihren Sehgewohnheiten.

Das ist aus meiner Sicht erst einmal ein gutes Zeichen für die Entwicklung der Internetverbindungen. Ich wäre mit dem "ausschließlich" da noch vorsichtiger. Zwar wird die "Versorgungssicherheit" besser- dennoch kommt es immer mal wieder vor, dass der Strom der Daten plötzlich zum Rinnsal wird oder auch ganz ausbleibt. Das ist für Netflix oder Amazon nicht so schlimm, dann gucken wir eben den Daredevil oder Bosch einen Tag später. Aber wenn in einem solchen Fall alternativ kein Kabel, kein Satellit und nicht einmal eine Antenne zur Verfügung steht, dann bleibt der Bildschirm dunkel. Die ultimative Katastrophe also. Alle gucken sich fragend an: "Was machen wir nun?"

Immerhin 46% wären also mittlerweile bereit, sich diesem Risiko zu stellen. Nach Ansicht von Jörg Meyer, "Chief Officer Content und Consumer" bei Zattoo, gibt es gute Gründe, warum deutsche Zuschauer im Internet-TV immer mehr eine Alternative zu Antennen- , Kabel- oder Satelliten-TV sehen: "Die meisten Haushalte verfügen über einen schnellen Internetanschluss. Große Technologieunternehmen wie Amazon, Apple, Google oder Samsung drängen mit leistungsstarken Streaming Boxen und TV-Geräten auf den Markt. Und die Internet-TV-Dienste werden mit Blick auf Streaming-Qualität, Inhalte-Angebot und Nutzerfreundlichkeit laufend besser."

Ja, klar. Das mit der Alternative habe auch ich längst begriffen. Knapp drei von fünf Deutschen nutzen laut Umfrage die Vorteile des Streamings, jeder Vierte davon sogar überwiegend bis ausschließlich. Vor allem die Jüngeren suchen die Unterhaltung im Netz: So konsumieren Dreiviertel der unter 30-Jährigen diese Bewegtbild-Inhalte. Aber Fernsehen nur noch per Internet? Ich glaube, darüber muss ich noch weiter nachdenken.

Fallende Kosten für Smart TV's und Möglichkeiten zum Upgrade vorhandener Fernseher durch preislich günstige Streaming Boxen trügen maßgeblich dazu bei, dass Attraktivität und Verbreitung des Internetfernsehens stetig wachsen, so Zattoo. Trotzdem interessant: Bei all dem Streaming-Hype schauen erst 30% ihre Streams per Smart-TV, aber immer noch 76% auf PC oder Laptop.

Das lässt die Vermutung zu, dass der Streaming-Markt noch immer mehrheitlich als Ergänzung zu "normalem" Fernsehen oder gar als Ablenkung von der PC-Arbeit genutzt wird. YouTube und die Sender-Mediatheken werden jeweils noch doppelt so oft genutzt, wie das meist kostenpflichtige "Video on Demand". Da ist noch viel Luft für Netflix, Amazon, Maxdome und Co.

Und auch für Zattoo- die haben immerhin den "Digital Lifestyle" und deshalb zusammen mit mobilcom-debitel die für mich dämlichste Werbung aller Zeiten. "Mia" ist da "immer unterwegs", trägt natürlich Hut und sitzt in einem Cafe. In  Berlin. Wo sonst. Sind wir nicht alle ein bisschen Mia? Echt krass, ehh, Alder...

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