Ohren für Paramount - Hollywood trifft seine StarTrek-Fans vor Gericht

Screenshot: documentcloud.org
Die Schlacht um Axanar geht gerade in ihre nächste Runde. Und wie versprochen: Das wird sehr unterhaltsam. Obwohl es vielleicht schwierig wird, das exakte Datum anzugeben. Denn auch die "Sternzeit" gehört möglicherweise Paramount und ist damit urheberrechtlich geschützt.

Genauso wie, wir ahnten es schon, die Ohren von Spock. Denn ja, es ist sicher noch viel Recherchearbeit in verstaubten Filmarchiven notwendig, aber es könnte stimmen, was die Paramount-Anwälte behaupten: Es war im Jahr 1966 der Erden-Zeit, als in den Pilot-Episoden von "StarTrek" mit dem Vulkanier Spock die langen Spitzohren erstmals auf Bildschirmen oder Kino-Leinwänden erschienen.

Mittlerweile gibt es die Spitzohren ja überall zwischen Mittelerde und Shannara. Was das für Folgen hat, wenn Paramount sich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Selbst die Klingonen müssen nun zittern, dass sie in Zukunft vor dem Bau ihrer Raumschiffe in Kalifornien um Erlaubnis bitten müssen.

So ein Gerichtsverfahren um Urheberrechte kann ungeahnte Wirkungen entfalten und ganze, selbst weit entfernte, Galaxien durcheinander wirbeln. Ein echter "StarTrek"-Film, von den Fans für die Fans, per "Crowdfunding" finanziert und auf Hollywood-Niveau sollte "Axanar" eigentlich werden. Und die ersten Szenen sahen so gut aus. Aber jetzt wird wohl eher Justiz- als Filmgeschichte geschrieben.

"Tausende" Copyright-Verletzungen hatten CBS und Paramount den "Axanar"-Machern nach Sichtung des Materials vorgeworfen und die Anwälte des Community-Projektes verlangten in der ersten Runde nach einer Präzisierung. Okay, könnt ihr gern haben, so dachten die Anwälte der Gegenseite wohl und machten ihre sicherlich sehr, sehr kostenträchtige Fleißarbeit. Und damit sowohl die Trekkies als auch wir alle unseren Spaß daran haben können, hat Eriq Gardner vom "Hollywood Reporter" sie öffentlich in die "Documentcloud" geschoben.

Alle Persönlichkeiten aus dem StarTrek-Universum unterliegen danach dem Urheberrecht. Ganze Völker fremder Planeten wie Klingonen, Romulaner oder Vulkanier. Und natürlich deren Aussehen. So wie Sternenschiffe oder die Docks, in denen sie gewartet werden. Ja, sogar schlecht sitzende T-Shirts aus billigen Chemiefasern, wenn sie blöde Farben haben und auch sonst wie die "Enterprise"-Uniform aussehen.

Was immer die "StarTrek"-Macher in ihren unendlichen Weiten erstmals designt haben, gehört Paramount. Auf ewig. So ist das Urheberrecht. Ist es auch richtig?

Die Fans des "StarTrek"-Universums in aller Welt wollen es anders. Sie wollen "Axanar" sehen. Sie meinen, diese Fantasie-Welt gehöre ihnen. Aber das wäre ja so etwas wie Kommunismus. Das wird ein US-Gericht wohl kaum absegnen können.

Wie weit geht das Urheberrecht? In Zeiten, in denen Mystery, Fantasy und Science-Fiction und die dort wuchernden Film-Universen das Fernsehen wie das Kino immer mehr beherrschen, ist das eine sehr weit reichende Frage. Eigentlich ist es irgendwann dann fast unmöglich, ein Drehbuch für so etwas zu schreiben. Rein rechtlich müsste man ja vorher recherchieren, was alles schon da war. Und das ist verdammt viel.

Vor Gericht wird Paramount sicher gegen "Axanar" siegen. Die Trekkie-Fangemeinde ist dagegen und trifft sich bei Twitter unter dem Hashtag #IStandWithAxanar. Und da kann dann die Schlacht auch ganz anders ausgehen. Die Filmbosse sollten deshalb darüber nachdenken, was sie wirklich wollen. Recht haben und Geld verdienen, natürlich. Was, wenn beides zusammen nicht funktioniert?

Gebt den "StarTrek"-Fans ihre Schlacht um Axanar. Und verdient mit daran. Denn schon bald wird auch Paramount die Fans wieder brauchen:

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