Eine Million Ultra HD-Fernseher in Deutschland- geht es noch billiger?

Foto: LG
Der "LG 49UF6409" ist ein super Fernseher. Jetzt nicht das ganz große Kino, aber immerhin 49 Zoll (123cm) Bildschirmdiagonale, 4K UHD, schön dünn und mit LG's hervorragendem WebOS als Betriebssystem. Statt der schon recht günstigen "unverbindlichen Preisempfehlung" von 799,- Euro kostet er bei Amazon gerade 555,- Euro. In den Kundenrezensionen, die Bild und Sound durchweg loben, will ihn einer sogar schon für 499,- Euro erstanden haben. Macht nichts. Wer ihn jetzt kauft, bekommt von LG bis zum 31. März noch sechs Monate Netflix in Ultra-HD dazu geschenkt.

Wer sich einen neuen Fernseher anschaffen will, der lebt gerade in der besten aller Welten. Egal ob LG, Samsung, Sony oder whatever- es lohnt sich fast immer, nach Preisnachlässen und Zugaben zu fragen. Der Preisverfall geht weiter.

Die gfu muss das natürlich etwas optimistischer sehen. "Für das laufende Jahr prognostizieren wir eine ebenfalls stabile Marktentwicklung", so Hans-Joachim Kamp, Vorsitzender des Aufsichtsrats der gfu Consumer & Home Electronics GmbH. "Dabei werden sich der TV-Bereich und damit die klassische Unterhaltungselektronik erstmals seit fünf Jahren wieder positiv entwickeln. Der ungebrochene Trend zu großformatigen Fernseh-Geräten und eine deutliche Steigerung des Absatzes von UHD-TVs wird dies begründen und zu einem Umsatzwachstum bei TV-Geräten um 3,7 Prozent führen. Dabei erwarten wir auch einen Anstieg des Durchschnittspreises aller verkauften TV-Geräte um rund vier Prozent auf 600 Euro."

Das "ebenfalls" bezieht sich auf den "Consumer Electronics Marktindex Deutschland" (CEMIX) 2015, den die gfu gemeinsam mit dem "Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V." erstellt. Der weist für "Consumer Electronics" in Deutschland mit insgesamt 0,4% Umsatzminus so etwas wie eine "stabile" Marktentwicklung aus.

Allerdings sind im Gesamtumsatz die Smartphones enthalten. Die verzeichneten 2015 mehr als 11% Umsatzplus und mit Smartphones wurden im Vorjahr in Deutschland fast 10 Milliarden Euro umgesetzt. Da fallen die 10% Umsatzminus bei TV-Geräten (Gesamtumsatz etwa 4 Milliarden) nicht so sehr ins Gewicht. Bei der Stückzahl sank der Fernseher-Absatz sogar um gut 14%, so dass der Verkaufspreis des Durchschnitts-TV von 555 Euro 2014 auf 575 Euro stieg.

Das waren in etwa auch schon die für 2016 erhofften 4%. Die Größe und die Ausstattung des Durchschnitts-Fernsehers dürfte in ganz anderen Raten gewachsen sein. Zum Beispiel eben durch Ultra-HD. Rund eine Million UHD-Geräte wurden laut gfu 2015 in Deutschland verkauft, das ist immerhin schon etwa jeder siebente Fernseher, der über den Ladentisch ging. Auch die Durchschnittsgröße des Bildschirms dürfte wieder deutlich gewachsen sein.

Ob das angestrebte Umsatzwachstum realistisch ist? Ich habe da Zweifel. Allerdings werden die Verkaufspreise wohl nicht weiter wie in bisherigem Maß sinken können. Das oben beschriebene LG-Gerät wiegt bei 123cm Bildschirmdiagonale gerade einmal noch 12 Kilo. Für meinen einstigen 89cm Grundig-Fernseher brauchten wir noch zwei Mann, um das Gerät zu bewegen. Mein derzeitiger 117cm -LCD wiegt etwas mehr als 20 Kg.

Die Hersteller haben bei der Einsparung von Materialverbrauch und sicher auch Arbeitszeit also schon viel erreicht. Mittlerweile bestimmt auch Grenzen. Der Euro sieht nicht so gut aus im Vergleich zum Dollar, mit dem in Asien abgerechnet wird. Es wird also nicht mehr viel billiger werden- nur kleine Bildschirmgrößen ohne UHD werden bestimmt bald verschenkt.

Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Denn, wie schon gesagt, das Geschäft der Zukunft ist Software, nicht Hardware. Und 3,7% Umsatzwachstum bei 4% teureren Geräten würde ja leicht sinkende Stückzahlen bedeuten. Die Mega-Fabriken in Asien werden aber ständig größer und schneller. Dann gibt es eines nicht mehr so fernen Tages vielleicht den Ultra-HD Fernseher als Zugabe zum Netflix-Abonnement.

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