Der Bewegtbild-Tsunami (3) - talken ohne Jauch und Illner

Screenshot: facebook.com/bild
Man hätte es ahnen können. Der durch Facebooks neues Live-Streaming anrollende Bewegtbild-Tsunami wird uns noch viel mehr bringen als nur MTV-Moderatoren, die im YouTuber-Stil die Zeit tot quatschen. Und naja, dass Springers BILD zu den ersten gehört, die auf den Zug aufspringen, ist eigentlich auch keine Überraschung.

Denn BILD will digital mit aller Macht genau so groß werden, wie man als Boulevard-Zeitung einst war. Dafür probiert man so ziemlich fast alles aus. Auch wenn der Erfolg sich nicht immer gleich einstellt. Und wenn sich so etwas wie ein Plan dahinter verbirgt, dann ist es einer vom digitalen "Social TV" und keiner für eine Zeitung.

Gestern nun gab es traurige "Breaking News", der Terror erschütterte Belgiens Hauptstadt Brüssel. Eine Bewährungsprobe für Redaktionsprofis. Und BILD ging live auf Sendung, direkt aus der Redaktion. Auch auf YouTube. Für das Live-Video unten gab es dort gerade mal gut 2000 Zuschauer zu holen. Das Facebook "Live-Update aus der Redaktion" am Nachmittag erreichte mehr als 200.000 Abrufe.

Gerade mal fünf Leute haben das YouTube-Video kommentiert. Auch da war bei Facebook deutlich mehr los. Danach konzentrierte sich die BILD-Redaktion mit regelmäßigen Updates auf Mark Zuckerbergs Universum. Heute morgen gab es eine Zusammenfassung des Standes der Dinge und am Nachmittag eine Art Talkshow aus der Redaktion mit den üblichen "Experten" zu schwierigen Themen.

Die Inhalte möchte ich hier nicht kommentieren. Auch nicht die technische Umsetzung- Ausrüstung und Erfahrung der Videomacher sind wohl noch deutlich ausbaufähig. Aber das wird alles besser werden. Viel besser. Und professioneller. YouTube hat da schon ein Problem. Das Fernsehen wird eins bekommen. Denn viele werden dem BILD-Beispiel folgen.

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