Der Teufel trägt Prada. Amazon startet ins Free-TV on demand.

Screenshot: Amazon USA
Der Teufel, wir wissen es alle, trägt Prada- Meryl Streep hat es uns als als Miranda Priestly im Kino auf unnachahmlich grandiose Weise gezeigt. Im realen Leben soll ihre natürlich frei erfundene Rolle gewisse Ähnlichkeiten mit einer Anna Wintour aufweisen. Die ist seit 1988 (!) Chefredakteurin der internationalen Modezeitschrift Vogue und deshalb die wohl einflussreichste Frau in der weltweiten Modebranche.

Vogue stammt aus dem New Yorker Verlag Condé Nast. Wie logischerweise auch dessen Sparte Condé Nast Entertainment. Der CFDA wiederum ist der US-Modeverband "Council of Fashion Designers of America". Vogue und CDFA wählen seit 2003 hoffnungsvollen US-Designer-Nachwuchs für "The Fashion Fund" aus. Für die gibt es dabei ordentlich Geld zu gewinnen- und vielleicht noch wichtiger: Unterstützung und Hilfe von Größen der Branche beim Aufbau des eigenen Mode-Labels.

Das Ganze kann man ab sofort in den USA auch auf dem Bildschirm verfolgen. Als so eine Art "Amerika sucht den Super-Designer" und Anna Wintour macht auch mit. Besser gesagt: Man kann es auf Bildschirmen verfolgen. Denn es ist egal, ob Smartphone, Tablet oder Fernseher- der Sender heißt Amazon.

"The Fashion Fund" hat 10 Folgen, jede Woche gibt es eine neue und "senden" wird Amazon Video nicht "nur" für die Prime Video-Nutzer, sondern für alle. Und "für alle" gibt es den oben zu sehenden zweiten Button. "Watch now - free with ads", so ist da zu lesen, und genau so ist es auch gemeint.

"Die Show verzeichnet starkes Interesse bei Werbekunden", so eine Amazon-Sprecherin gegenüber Re/code. "Wir experimentieren ständig im Interesse unserer Kunden. Für das Projekt Fashion Fund empfanden wir dies als ein sehr wirksames Mittel, um die Produktion zu finanzieren." Und: "Prime Video wird werbefrei bleiben".

"Die Zusammenarbeit mit Amazon ermöglicht es uns, wirklich innovativ zu sein und eine Handels-Erfahrung zu 'The Fashion Fund' hinzufügen, die die Zuschauer begeistern wird", so Dawn Ostroff, Präsident von Condé Nast Entertainment. "CNE ist ein echtes Next-Generation-Studio, welches mit den besten Unternehmen arbeitet, um die absolut überzeugendsten Storys für unser Publikum zu liefern und Amazon, die Heimat einiger der besten Inhalte, ist die perfekte Ergänzung für diese Doku-Serie."

Oh, ja. Handels-Erfahrungen kann Amazon. Im Amazon-Portal kann man direkt unter der "Dokumentation" bei den Nachwuchs-Designern einkaufen.

"Wir sind begeistert, 'The Fashion Fund' auf Amazon Video zu starten, und mit Mode-Ikonen wie Diane von Fürstenberg und Anna Wintour zu arbeiten", sagt Michael Paull, Vice President Digital Video bei Amazon. "Wir werden auch weiterhin die Grenzen unserer Original-Inhalte erweitern und freuen uns darauf, unseren Kunden noch mehr spannende Shows zum Anschauen zu bringen."

"The Fashion Fund" ist werbefinanziertes Free-TV per Internet direkt aus dem E-Commerce-Laden. Fernsehen, Shopping, Werbung und Handel unter einem Dach. Auch YouTube und Google arbeiten an so etwas. Genauso wie Facebook. Es geht beim Streaming nicht um das Ende des bisherigen Fernsehens. Es geht um das Ende von viel mehr an Bisherigem. Erst einmal nur in den USA. Aber nicht für lange.

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