Aufbruch nach Terra X - das ZDF wagt die 4K-UHD-Produktion

Foto: © ZDF / Oliver Unbehend
Dieses ZDF aber auch. Man kann sagen was man will, aber der Lerchenberg passt einfach in keine Schublade. Er ist der Ausgangspunkt wirklich furchtbarer Fernsehprogramme wie einst "WettenDass" oder heute der "Fernsehgarten". Von dort kommen Dinge wie Rosamunde Pilcher-Filme, das Alp-Traumschiff oder die "Rosenheim-Cops". Aber immer dann, wenn man das Mainzelmännchen-Fernsehen endgültig verloren geben will, gibt es eine Überraschung.

Da wird im Serien-Bereich zumindest vorsichtig Neues versucht, auch wenn es nicht gleich gelingt. Oder es gibt plötzlich eingekaufte Serien-Qualität sogar zum Binge-Watching im Stream. Manchmal gibt es unerwartet ein tolles Experiment. Und auf ZDFneo allerhand gute Unterhaltung, die andere einfach so liegen lassen.

Diese Woche haben sie mich gleich zweimal überrascht. Die erste Überraschung ist, dass es dabei um "Terra X" geht. Denn die "Wissenschaftssendung" des ZDF ist zwar eine Institution, aber doch eher etwas für die Zielgruppe Mann ab Mitte 60. Eigentlich eine Sendung, in deren Redaktion man Mitarbeiter mit klarem Pensions-Blick und Ärmelschonern, aber gewiss keine dieser nervigen "Innovateure" erwartet.

Ausgerechnet "Terra X" macht jetzt einen YouTube-Kanal auf und will diesen auch ernsthaft zum Erfolg führen. Und ausgerechnet "Terra X" produziert die erste 4K UHD-Sendung im ZDF ( ja!!) und beschäftigt sich dazu noch mit "Virtual Reality" per Google-Cardboard.

Okay, 4K-UHD "senden" kann das ZDF noch nicht. Natürlich auch keine "Virtual Reality". Alle Versionen der Dokumentation, der hochauflösende 4K-Film und der immersive VR-360°-Film, so das ZDF, "werden inklusive aller Tonspuren zwischen Mai und September 2016 unter terra-x.zdf.de als Download angeboten". Inklusive aller Tonspuren deshalb, weil es dazu noch "3D-Tonqualität" und damit auch ein ganz neues "Klangerlebnis" geben soll. Dafür arbeitet die "Terra X"-Redaktion mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) aus Erlangen zusammen.

Jetzt müssten sie das 4K-Fernsehen nur noch auf den Fernseher bringen. Ja, liebe Techies, ich weiß, das geht auch per "Second Screen", Smartphone oder Media-Server und so. Aber ich hätte es gern auch für die Couch-Zielgruppe. Am besten auch noch in einer HDR-Version. Und zum Beispiel per Mediathek wäre da vielleicht noch so einiges möglich, ohne gleich neue Sender zu bauen und Satelliten ins All schießen zu müssen.

So, wir schalten zurück in den Beschwerde-Modus über zu hohe Rundfunkgebühren, lausige "Dokumentationen", schreckliches Programm oder allgemeine Ineffizienz bei "Anstalten". Aber über das ZDF wissen wir nun: Die tun was. Es klappt nicht immer und es ist auch nicht immer richtig, ja, aber so ist das Leben. Und allein das "tun" ist mir schon ein wenig Rundfunkgebühr wert.

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