Yahoo ohne Screen - das Netz-TV kennt auch Verlierer

Screenshot vom August 2014: de.screen.yahoo.com

"Wie aber soll Yahoo Screen funktionieren?" Diese Frage konnte Netz-TV zum Start des Videoportals vor eineinhalb Jahren leider nicht beantworten. Auch in der Folgezeit wurde man nicht so recht schlau daraus. Zwar passierte hin und wieder durchaus Aufregendes, sogar bedeutende Spielfilm-Premieren gab es dort kostenlos zu sehen. Selbst das Spektakel der Live-Übertragung eines echten NFL-Punktspiels wurde geboten, aber wirkliche Hinweise auf eine nachvollziehbare Strategie blieben bis zum Schluss aus.

Denn jetzt ist offenkundig Schluss. "Variety" hat es gemeldet und die Webseite leitet Besucher schon eilig auf das normale Yahoo-Portal mit dem altbekannten Sammelsurium von Suchmaschine, Mail-Service und diversem belanglosen Pseudo-Nachrichtenkram weiter. "The Fight to Save Yahoo" scheint verloren.

Eigentlich sollten dieser Tage die Anteile von Yahoo am chinesischen Internet-Giganten Alibaba verkauft werden, die das Internet-Urgestein noch besitzt und die mittlerweile weit wertvoller sind als das eigentliche Yahoo-Geschäft. Aber trotz größter Bemühungen seitens Yahoo konnte man den zuständigen US-Behörden irgendwie nicht ausreden, dass man auf einen solchen Milliarden-Gewinn eventuell vielleicht doch auch Steuern bezahlen müsse.

Denn nur dann wäre alles bestens gewesen. Yahoo wäre in Gebirgen aus Dollars versunken, mit denen man ewig geldgierige Aktionäre hätte zufrieden stellen und zusätzlich in die neue Wunderwelt des Fernsehens on demand im Internet großzügig investieren können.

Das war schließlich wohl irgendwie der Plan von Yahoo-Chefin Marissa Mayer. Gar kein schlechter Plan, wenn er denn mit etwas mehr Struktur und Kompetenz in die Tat umgesetzt worden wäre. Jetzt munkelt man schon, dass es genau andersherum kommen könnte. Also dass Yahoo als Alibaba-Hauptaktionär endet und der ganze Rest dann stückweise irgendwo auf dem Silicon Valley-Ramschtisch verhökert wird.

Da hilft Marissa Mayer wohl auch kein Kaninchen mehr.

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