"One more Thing" aus Las Vegas: Netflix greift nach der Weltmacht.

Bald auf Netflix: "The Crown" Foto: Netflix
Wow. Funktioniert das Welt-Internet noch? Scheint so. Obwohl: Das war ja nun doch ein echter Knaller, den Netflix-Chef Reed Hastings da bei seiner Keynote zur CES in Las Vegas aus dem Hut zauberte. Ein wenig geahnt hatte ich es ja schon. Aber der Auftritt erinnerte fast schon an den legendären Steve Jobs.

Und das nicht nur, weil Hastings sich im Erscheinungsbild immer mehr dem früheren Apple-Chef annähert. Okay, er trägt statt Pulli ein lockeres Sakko ohne Schlips. Aber die Jeans passen schon und ähnlich dünn ist er auch. Und zuerst kommt die Werbe-Show, wie toll seine Firma doch ist. Immer mehr grandiose Filme und Serien, immer mehr gesehene Milliarden an Stunden, immer mehr Abonnenten. Auch Content-Chef Ted Sarandos, Chelsea Handler, Will Arnett, Krysten Ritter und Wagner Moura dürfen mit lobpreisen.

Mitten in das Verkaufs-Event platzt auf den Live-Tickern eine Meldung, die nicht auf der Las Vegas-Showbühne stattfindet: Netflix geht mit einer Webseite in Indien online. Wenig später bekommt Reed Hastings auf der CES seinen "One more Thing"-Moment. Und es geht nicht "nur" um Indien. Es geht um "Netflix everywhere". Während seiner Rede in Las Vegas startet Netflix in 130 Ländern gleichzeitig sein Angebot.

"Sie erleben heute die Geburtsstunde eines neuen globalen Internet-TV-Netzwerks", erklärte Hastings. "Das Warten hat endlich ein Ende: Durch diesen Launch erhalten Verbraucher in aller Welt die Möglichkeit, Serien und Filme zu genießen - von Singapur bis St. Petersburg, von San Francisco bis São Paulo. Dank des Internets können wir den Nutzern nun die Zügel in die Hand geben und ihnen Zugriff auf großartige Unterhaltungsangebote eröffnen - jederzeit, überall und auf jedem beliebigen Gerät."

Netflix wird in den meisten neuen Ländern vor allem auf Englisch angeboten, dazu wurden heute Arabisch, Koreanisch sowie vereinfachtes und traditionelles Chinesisch zu den bereits unterstützten 17 Sprachen hinzugefügt.

"Wir als Unternehmen wollen zuhören, dazulernen und unseren Nutzern stetig weitere Sprachen, weitere Inhalte und weitere Möglichkeiten für den Zugriff auf Netflix zur Verfügung stellen", so Hastings. "Wir freuen uns darauf, Menschen weltweit großartige Geschichten aus aller Welt bieten zu können." In China wird Netflix zunächst noch nicht verfügbar sein, jedoch prüfe das Unternehmen weiterhin Möglichkeiten, um seinen Dienst dort bereitzustellen. Auch auf der Krim, in Nordkorea und in Syrien sei aufgrund der US-Sanktionen, denen amerikanische Unternehmen unterliegen, kein Zugriff auf Netflix möglich.

Möglicherweise haben wir die endgültige Geburt eines ganz neuen Fernsehens gesehen. Und wir können sagen, wir sind dabei gewesen...

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