"Mozart in the Jungle": Amazon gewinnt die Streaming - "Golden Globes"

Mozart in the Jungle © 2014 Amazon.com Inc. or its affiliates
Es war eine von mehreren Überraschungen des Abends in Hollywood: Die "Amazon Studios" räumen mit "Mozart in the Jungle" gleich zwei "Golden Globes" ab. Und der große Rivale Netflix geht vollkommen leer aus. In der Kategorie "Beste TV-Serie/Comedy", die Amazons Mozart gewann, war man immerhin mit dem Serien-Schwergewicht "Orange Is the New Black" nominiert.

Auch die hoch gehandelten "Narcos" von Netflix blieben ohne "Golden Globe". Beste TV-Serie in der Königskategorie "Drama" wurde "Mr. Robot" vom eher unbedeutenden "USA Network"- ja, der "Mr. Robot", der bei uns exklusiv bei Amazon Prime zu sehen ist. Auch alle anderen nominierten Netflixe konnten nicht punkten. So verlor Aziz Ansari, der "Master of None", als bester Hauptdarsteller gegen "Mozart" Gael García Bernal. Den "Narcos-Machern" blieb dann nur noch dieser herrlich hintersinnige Video-Kommentar bei Twitter:


Während Amazons Vorjahres-Sieger "Transparent" damals noch auf ungeteilte Zustimmung stieß, waren die diesjährigen Entscheidungen der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) allerdings nicht so ganz unumstritten. Da die Streaming-Dienstleister keine Abrufzahlen veröffentlichen, gab es einige Diskussionen, ob insbesondere bei "Mozart in the Jungle" nicht eine Serie gewann, die nur den Kritikern und weniger dem Publikum gefällt. Das könnte aber auch darauf zurückzuführen sein, dass außer den Serien-Machern von "Empire" und der schon eingestellten "Mad Man" die großen TV-Networks und Kabelsender so gut wie nichts zu feiern hatten. Das hatte sich allerdings bereits im Vorfeld durch die Nominierungen abgezeichnet.

Insgesamt war es eine recht kurzweilige Veranstaltung mit wohl auch recht viel Alkohol. Trotzdem wird in Hollywood in jedem Fall die Fassung gewahrt. Auf die Frage nach der recht eigenwilligen Jury-Entscheidung, Matt Damon für "Der Marsianer" als "besten Film-Hauptdarsteller Musical/Comedy" auszuzeichnen (wahrscheinlich weil die passenden "Globes" für Leonardo DiCaprio in "The Revenant" schon weg waren), soll Mega-Regisseur Ridley Scott geantwortet haben, er wolle sich nicht selbst "belasten". Er hoffe, bald "Das Kartell" nach dem Buch von Don Winslow verfilmen zu können. Nach der aktuellen Festnahme des mexikanischen Drogenbarons "El Chapo" sei das doch interessant und relevant. Und dass er jetzt nach Australien gehe, um an der "Prometheus"-Fortsetzung Alien: Covenant zu arbeiten. Das Drehbuch sei so etwas wie "Godfather" für diese Welt.

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