Legendary wird chinesisch- Hollywood überspringt den Pacific Rim


"Eine Erschütterung der Macht ich spüre." So oder so ähnlich hätte es Jedi-Master Yoda wohl formuliert. Und: 38. Nein, das ist nicht die Antwort auf die Frage "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest". Die lautet "42". 38 aber ist die Anzahl der Spielfilme, die pro Jahr aus den USA nach China exportiert werden dürfen.

Das klingt erst einmal gar nicht so wenig und gar nicht so schmerzhaft. Aber in China wurde 2015 erstmals mehr Geld an den Kinokassen umgesetzt als in den USA. Die Chinesen lieben Filme. Und sie lieben besonders die digital gezauberten Film-Universen, wie sie vom Hollywood-Studio Legendary Entertainment kommen. So war die Legendary-Produktion "Pacific Rim" mit Einnahmen in Höhe von 112 Millionen Dollar in China noch ein größerer Überraschungs-Erfolg als in den USA.

Einnahmen, die auch in den USA mittlerweile zumindest teilweise in chinesische Taschen fließen. Denn 2012 wurde die zweitgrößte US-Kinokette AMC an den chinesischen Multimilliardär Wang Jianlin verkauft. Den Wang Jianlin, der auch Chef von Chinas größtem Immobilien-, Hotel- und Kaufhauskonzern, der Dalian-Wanda-Gruppe ist. Und der jetzt mal eben für schlappe 3,5 Milliarden Dollar Legendary Entertainment gekauft hat.

Damit werden auch Blockbuster wie "Jurassic Park", "Godzilla" oder "Inception" über Nacht zu offiziell chinesischen Filmen, die sich um die ominöse Zahl 38 nicht kümmern müssen. Genauso wie "Pacific Rim 2", denn auch dieser Erfolg wird natürlich zum Film-Universum, der Premieren-Termin für das Jahr 2017 wurde gerade festgelegt.

Okay, könnte man sagen, was soll's- es gibt viele Studios in Hollywood. Auch viele Große. Und mit Sony-Entertainment gibt es da sogar Japaner. Aber dieser Deal ist anders. Denn Wang plant nicht weniger als ein chinesisches Hollywood. Und er plant groß, verdammt groß und ziemlich modern. Bei Visionen wie diesen wird gewiss auch Kaliforniern schwindelig:



Und das sind nicht nur Visionen. Kein Geringerer als Matt Damon steht gerade in den Quingdao-Studios vor der Kamera, für den Legendary-Ableger "Legendary East" und dessen ersten rein chinesischen Blockbuster. "Die große Mauer" wird das Werk heißen und es ist ein Science-Fiction/Fantasy-Spektakel mit dem Hollywood-tauglichen Budget von 150 Millionen US-Dollar.

"Die große Mauer" wird dann sicher ohne Probleme auf den US-Markt kommen. In die AMC-Kinos von Wang Jianlin auf jeden Fall, da bin ich mir ziemlich sicher. Ob neben den ominösen 38 Spielfilmen zum Beispiel auch Netflix einen Weg über über "Die große Mauer" finden wird, das bleibt dagegen offen. "Wir haben viel zu lernen", so der große "Chairman" Wang laut Variety. Chinas Filmindustrie habe 30 bis 50 Jahre Rückstand zu den USA.

Lernen dauert aber. Und China liegt genau wie auch Hollywood am Pacific Rim. Da können Monster herauskriechen. Und KnowHow importieren geht einfach schneller:

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