Das war die CES 2016 - was machen eigentlich Google und Android TV?

Der neue 4K HDR BRAVIA Smart-TV von Sony
Ach, ist der schön. Aber das war der Sony vom Vorjahr auch schon. Die aktuellste 4K UHD Premium-Serie XD93, so lernen wir, verfügt über die neue "Slim Backlight Drive Technologie mit X-tended Dynamic Range PRO". Diese überzeuge durch einen noch größeren Kontrast- und Farbumfang sowie noch mehr Spitzenhelligkeit bei einer dennoch extrem schlanken Bauweise: Kaum mehr als einen Zentimeter misst er an seiner schmalsten Stelle. Der XD93 ist ein "Edge" LED TV mit Local Dimming, schafft dank "X-tended Dynamic Range PRO" die dreifache Helligkeit eines gewöhnlichen Fernsehers und sorge so für ein atemberaubendes Bilderlebnis, egal was geschaut wird.

Aha. Keine Ahnung, von was die da reden, aber es klingt auf jeden Fall toll.

Also HDR hat er natürlich auch. Und Sony ist auch einer der führenden Smart-TV-Hersteller, die auf Googles Android-TV als Betriebssystem setzen. Während aber zum Beispiel LG sein WebOS marketingwirksam regelmäßig "updaten" kann, pünktlich zur CES kam das "WebOS 3.0", hat es Sony da schwerer. Googles Android TV bleibt in der Werbung immer Android TV, obwohl natürlich auch da ständig an der Verbesserung geschraubt wird.

Das Sony-Marketing verspricht dafür "grenzenloses Entertainment mit Android TV". Netflix, Amazon Video, Maxdome und Watchever seien da "bereits verfügbar". Also wie bei meinem vier Jahre alten Fernseher. Okay, es geht jetzt deutlich flüssiger und schneller. Und sonst? Im "Google Play" Store gäbe es bereits eine Vielzahl an Apps, die speziell für die Wiedergabe auf einem großen Android TV-Bildschirm optimiert worden seien, wie beispielsweise die ARD Mediathek, 7TV, Ampya, tape.tv, Zattoo und Magine TV. Okay.

Interessanter finde ich da schon die Sprachsuche von Android TV, mit der nach Fernsehsendungen, Filmen und anderen Inhalten gesucht werden kann. Obwohl ich eigentlich mit meinem Fernseher gar nicht reden will. Aber die ist bei Sony jetzt direkt in die Hauptfernbedienung integriert und man kann per Sprachsteuerung beispielsweise auch den Sender wechseln oder vom Blu-ray Player zur PlayStation umschalten.

Alles sehr schön. Aber nicht aufregend. Ob so der schwächelnde Absatz an neuen Fernsehgeräten verbessert werden kann? Wir werden sehen.

Google ist jedenfalls am Android TV-Thema dran und da geht es nicht nur um das Betriebssystem selbst. Mit Arcelik, Vestel, RCA, Hisense, TCL sowie Bang & Olufsen kommen erst einmal weitere Hersteller dazu, die Smart-TV's mit Android-Betriebssystem anbieten. Mit YouTube Red und Google Play werden auch die eigenen Content-Angebote ständig ausgebaut. Und die Gerüchteküche brodelt ständig über darüber hinaus gehende Ambitionen. Ja, es gibt sogar schon Konkretes: Reuters meldet, dass Google und Apple um Übertragungsrechte für drei NFL-Punktspiele 2016 in London mitbieten. Dann gibt es vielleicht doch noch jemanden, der die Ideen von Yahoo zum Erfolg führt.

Ja, viel aufregender war die CES wirklich nicht. Ohne die globale Netflix-Bombe wäre es sogar sehr langweilig geworden. Samsung zum Beispiel entwickelt sein "Tizen"-Betriebssystem natürlich auch weiter. Neben dem üblichen schneller, weiter und besser setzt man dort auf IoT, das "Internet of Things" und den Smart-TV als Steuerungszentrale für das "Smart Home".

Im Gegensatz zu LG's WebOS 3.0, wo mit dem Versuch, die Angebote des Internets mit den herkömmlichen TV-Programmen übersichtlich zusammenzufassen an einem echten Problem gearbeitet wurde, erscheint mir das "IoT"-Thema aber noch zu unausgereift. Da gibt es einfach zu viele Lösungen, für die ich absolut kein Problem habe. Mag sein, dass ich altmodisch bin. Aber ich werde niemals die Dose Gulasch, die ich aus dem Supermarkt nach Hause bringe, erst ins Heimnetz einbuchen, nur damit ich dann am Smart TV den Füllstand des Kühlschranks kontrollieren kann. Das Kühlschrank-Feature "Tür auf - Tür zu" reicht mir da völlig aus. Sicher ist das "IoT" die Zukunft- irgendwann. Aber nicht so. Und auch noch nicht jetzt.

Was bleibt? Ach, ja: "Virtual Reality" geht jetzt los. "Oculus Rift" ist in ein paar Wochen zu haben und am lustigsten ist erst einmal das Entsetzen der Nerds im weltweiten Netz, dass auch Spielzeug ohne angebissene Logo-Äpfel über 700 Euro kosten kann.

Und natürlich die Hoffnung auf eine noch glanzvollere CES 2017. Sowie die Erkenntnis: 2016 wird im "New TV" wohl das Jahr des Programms, nicht das Jahr der Technik. Dass die wichtigste CES-Nachricht von Netflix kam, ist also kein Zufall. Und auch nicht verkehrt. Denn die tolle Technik fürs neue Fernsehen ist doch längst da, immer schönere, immer schärfere, immer buntere und immer smartere TV-Geräte freuen sich auf noch mehr und noch besseres Programm. Mögen die Spiele beginnen!

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