Germanys Gold- Didi stürmt mit "Nonstop Nonsens" die Google-Charts

Screenshot: Google Play
Warum es ausgerechnet die Folge 17 von Staffel 1 ist- keine Ahnung. Aber es ist Dieter Hallervorden, der ganz vorn liegt. Und es geht nicht um Til Schweigers letzten Kino-Hit "Honig im Kopf", zu dessen Erfolg "Didi" mit einer gnadenlos grandiosen schauspielerischen Leistung sicher entscheidend beigetragen hat.

Nein, es geht um Serien. International, wohlgemerkt und da will Google Play jetzt endlich mit uns auch irgendwie ins Geschäft kommen. Deshalb bietet Google Play die erste Folge vieler Serien jetzt kostenlos, um das Geschäft anzukurbeln. Und es gibt "Top Charts".

Nun gibt es ja bei den Streaming-Diensten in der Regel keine Abrufzahlen und auch vorhandene Bestenlisten, wie zum Beispiel bei Amazon, sind etwas undurchsichtig ermittelt. Bei Google Play sieht es aber so aus, als würde einfach zusammengezählt, was wie oft verkauft wurde.

Und der Top-Seller Nr. 1 ist eben "Nonstop Nonsens". Nicht alle Leser werden sich erinnern können- denn das ist eine fast 40 (!) Jahre alte öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehproduktion. Und das ist noch nicht alles. Auch auf Platz 3, 4, 5, 9 und 10 strahlt uns jetzt gerade Didi entgegen.

Platz 2 und 7 belegen übrigens Folgen der Netflix-Serie "House of Cards". Und Platz 6 und 8 Folgen von "Game of Thrones". Und ja, auch "Breaking Bad", "The Walking Dead", Homeland" oder "Empire" kommen dann irgendwann auf den hinteren Plätzen. Und immer wieder dazwischen gibt's noch mehr "Nonstop Nonsens".

Ja, Google hat gerade erst angefangen mit dem Serien-Verkauf. Aber es gibt immerhin auch schon 55 Bewertungen für Didi. Und ja, das wird sich sicher bald ändern. Und vielleicht ist Didi ja auch ein Streaming-Phänomen an sich- denn "Honig im Kopf" hält sich ebenfalls noch wacker in den Spielfilm-Charts auf Platz 18. Auch bei Amazon läuft der gut. Genauso wie zum Beispiel die "Ostwind"-Filme von Katja von Garnier. Denn Mädchen sind jetzt wohl eine weitere kaufkräftige Streaming-Zielgruppe.

Derweil wogt in Deutschland der ewige Streit über mehr oder weniger Geld für "Filmförderung" hin und her. Wie viel Geld deutschen Produzenten durch das Scheitern von Projekten wie "Germanys Gold" verloren geht, das fragt keiner. Das Geld verdienen mit deutschen Filmen überlässt man Amazon, Apple oder eben Google. Oder verschenkt sie irgendwo im Nirgendwo des Netzes gegen ein paar Werbe-Cent.

Anderswo wird mit ererbten Schätzen anders umgegangen. In Großbritannien zum Beispiel. Da gibt es auch ein "British Film Institute". Die haben sogar für schlappe 4,99 Pfund pro Monat einen Abo-Service wie Netflix. Und nicht nur für englische Filme. Es geht um nicht weniger als die "Präsentation der besten Filme der Welt" on demand. Und unter den dortigen Charts findet man Werner Herzogs "Fitzcarraldo" mit einem noch durchgeknallteren Klaus Kinsky als sonst.

Also: Hey, wir verschenken viel Geld, das für noch mehr gute deutsche Filme gebraucht wird. Wer tut was?

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