Amazon Prime Music ist da- kein "Independence Day" für Konkurrenten

Foto: Amazon
Über eine Million Songs zum Streaming oder Download. Und wer bei Amazon "Prime"-Mitglied ist, der bezahlt dafür wieder einmal gar nichts. Null. Nada. Amazon bringt ab heute "Prime Music" nach Deutschland und wird so wieder ein Stück mehr zum Alptraum jeder digitalen Konkurrenz.

Bei ALDI, wo man stets mit sehr spitzem Bleistift rechnet, kostet das Musikstreaming knapp 8 Euro im Monat. Das ist im Jahr, allein für Musik auf die Ohren, ziemlich genau doppelt so viel wie Amazon Prime insgesamt kostet. Also für kostenlosen und schnelleren Lieferservice, für ein gigantisches StreamingTV-Angebot mit teuer eingekauften exklusiven Serienhighlights und selbst produzierten "Golden Globe"-Gewinnern. Und demnächst auch noch bevorzugter Behandlung bei Sonderangeboten. Und ab heute eben mal auch noch Musik.

Die Amazon-Konkurrenz muss sich da mittlerweile so ein wenig fühlen, wie die Bewohner von Washington in "Independence Day". Sie wissen schon: Erst schiebt sich nur ein Schatten über die Stadt, dann wird es immer größer und irgendwann macht es "rumms" und das "White House" ist kaputt.

"Mit Prime Music bedanken wir uns auf musikalische Art und Weise bei den deutschen und österreichischen Prime-Mitgliedern für ihre langjährige Treue. Ich bin überzeugt, dass die Kunden den neuen Service lieben werden", sagt Ralf Kleber, Country Manager Amazon Deutschland. Davon bin ich auch überzeugt. Aber nur die Kunden. So wie beim Streaming-TV: "Wir sind begeistert, wie Kunden in Deutschland und Österreich die Vorteile von Amazon Prime für sich entdeckt haben. Prime Video zum Beispiel hat es in Deutschland innerhalb nur eines Jahres zum beliebtesten Video-Streaming-Service geschafft", so Steve Bernstein, Director EU Digital Music.

Mit Prime Music, so heißt es bei Amazon weiter, hätten die Prime-Mitglieder unbegrenzten Zugriff auf über eine Million Songs, ihr persönliches Radio und ausgewählte Playlists der Amazon-Musikredaktion ohne zusätzliche Kosten und ohne Werbung. Prime Music enthalte die beste Musik von deutschsprachigen und internationalen Künstlern wie Andreas Bourani, Helene Fischer, Cro, Udo Jürgens, Andreas Gabalier sowie Meghan Trainor, U2, Beyoncé und Bruce Springsteen. In über 50 "Radiosendern" könne man immer wieder neue und spannende Musik entdecken. Die Kunden könnten Songs in Prime Radio bewerten und dadurch diese "Radiosender" automatisch auf ihren Musikgeschmack zuschneiden. Zudem gäbe es in hunderten Playlists Musik für jeden Anlass und jede Stimmung. Alle Songs und Alben können individuell ausgewählt und abgespielt sowie beliebig oft wiederholt oder übersprungen werden. Prime Music kann auf Android, iOS, PC und Mac sowie auf Fire Tablet, Fire TV und Fire TV Stick genutzt werden.

Andere Streaming-Dienste hätten aber noch mehr Millionen an Musik-Titeln, so kann man da schon wieder hören. Ja klar. Amazon ist nicht der Weihnachtsmann. Der Service soll Geld verdienen und nicht verbrennen. Und die Gema steht sicher schon mit einem großen Hut vor der Tür. Das Geld verdient Amazon aber nicht mit der geringen Jahresgebühr für Prime. Auch dann nicht, wenn sich diese, wie schon in den USA, irgendwann auch in Deutschland mal eben so verdoppelt.

Millionen Songs für lau. Zumindest die, die ohnehin schon "Prime" bei Amazon sind, werden es lieben. Und dann sind sie im Laden drin. Und da gibt es dann noch so viele schöne Dinge mehr. Man muss nur noch "jetzt kaufen" drücken. Und dann hilft nur noch "interessiertes Desinteresse".

"Independence Day" kommt übrigens bald zurück. Aber das wird der Amazon-Konkurrenz nicht helfen- selbst wenn Jeff Goldblum die Aliens ein weiteres Mal austrickst. Denn ich habe so eine Ahnung, wo man das neue und sicher gewohnt explosive Werk von Roland Emmerich zuerst streamen kann...

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