Das sind die größten YouTuber: 12 Millionen Dollar allein für PewDiePie

Screenshot: youtube.com / PewDiePie
Forbes hat es aktuell für uns herausgefunden: Wer sind die größten YouTuber- und was verdienen die so? Und der Sieger heißt: Felix Kjellberg. Das passt. Also Felix, zu deutsch "der Glückliche", kassierte von YouTube für seine astronomischen Abrufzahlen 12 Millionen harte US-Dollar allein in den 12 Monaten vor Juni 2015.

"Alter Schwede", so möchte man da ausrufen, so viel Geld für ein bisschen Herumalbern vor Videokameras- aber der glückliche Felix ist ein junger Schwede, wird nächste Woche gerade mal 26 und ob 12 Millionen viel ist, darüber müssen wir noch diskutieren.

Kennen tut ihn die Welt als "PewDiePie", und auch wenn er allerlei sonstigen Unfug vor der Kamera treibt, geht es bei ihm im Kern um "Let's Play"-Videos. Stolze 10 Milliarden Video-Aufrufe und knapp 40 Millionen Abonnenten meldet sein Kanal. Damit ist er ziemlich genau zehnmal so groß wie der deutsche Let's Player Gronkh, obwohl Gronkh viel fleißiger ist und die dreifache Anzahl an Videos auf seinem Kanal anbietet. Man muss also nicht aus den USA kommen, um YouTube wirklich zu erobern- aber man muss es wohl in der Globalsprache Englisch versuchen.

Aber auch in Englisch wird man damit allein nicht wirklich reich. Comedy ist neben "Let's Play" das zweite große Ding bei YouTube und Comedy ist die Sparte, die den zweiten Platz im Ranking stellt, mit "Smosh". Für das Blödel-Duo reicht es laut "Forbes" aber nur noch für 8,5 Millionen Dollar im Jahr. Als Trost haben sie natürlich auch schon ihren eigenen Kinofilm.

Ebenfalls 8,5 Millionen Dollar verbuchten die "Fine Brothers". Die sind mit Disney's Multichannel-Netzwerk "Maker Studios" und - wie soll man es beschreiben - der "Dokumentation von Zuschauerreaktionen" groß geworden.

Schon auf Platz 4 kommt für mich die erste echte Überraschung: Lindsey Stirling. Denn Lindsey Stirling will gar keine YouTuberin sein, sondern Geige spielen und dazu tanzen. "Da ist eine sehr treue Fangemeinde, die deinen Erfolg wünscht, wenn sie dich gefunden haben", so Stirling zu "Forbes". Es seien keine Plattenfirmen oder Radiostationen gewesen, die sie bekannt gemacht hätten. Längst tanzt und fidelt sie auch in Deutschland durch ausverkaufte große Hallen. 2007 hatte sie damit angefangen Videos für YouTube zu produzieren, weil keine Plattenfirma ihre Musik unter Vertrag nehmen wollte. Jetzt würden die großen Labels alle gern zugreifen, aber sie braucht sie nicht mehr. Sie bekommt ihr Marketing kostenlos von YouTube und noch 6 Millionen Dollar im Jahr dazu.

"Rhett & Link" schaffen es mit 4,5 Millionen Dollar auf Platz 5. Die sind mit Ende 30 fast schon YouTube-Opas. Statt ihrem mühsam erlernten Beruf als Ingenieur nachzugehen, beglücken sie die Welt jeden Werktag mit ihrer "Good Mythical Morning"-Show.

"KSI" bringt es ebenfalls auf 4,5 Millionen, macht in "Let's Play" und Gaming und verdient sich mit Rap-Musik noch ein wenig dazu.

Hehe- Michelle Phan schafft nur läppische 3 Millionen und Platz 7. Aber das dürfte nur ihr Taschengeld sein. Sie ist vor allem deshalb eine YouTube-Berühmtheit, weil sie den Teil mit dem "dazu verdienen" bei Ihren Kosmetik-Tipps in unnachahmlicher Perfektion betreibt.

Während es in Deutschland anscheinend nur lustige Jungs gibt, haben die in Nordamerika auch eine Frau, ja sogar noch mehr als das. "Superwoman" heißt der Kanal der Kanadierin Lilly Singh, der es noch auf 2,5 Millionen Dollar bringt und Platz 8- ganz ohne Schmink-Tipps, sondern mit Comedy.

2,5 Millionen klingt viel. ist es aber nicht. Denn alle Zahlen, auch die größeren, sind brutto. Für Management, eventuell ein Channel-Netzwerk, geht davon schon einmal ordentlich was weg. Produktion kostet- bei Kanälen dieser Größenordnung sind meistens schon Profis an Kamera und Schnitt. Und was dann übrig bleibt, das ist vor Steuern.

Immerhin sind das alles globale Helden einer neuen Generation. So etwas wie zum Beispiel die "Avengers". Die größten YouTuber aber verdienen im Jahr weniger als manch "Avenger" für einen einzigen Film. Und um auf diese Liste zu kommen, muss man einiges investieren- Zeit, Talent, irre Ideen und auch in die Produktionen, denn die Professionalisierung der Branche schreitet rasant voran. Nirgendwo sonst gibt es wohl so viel so kreative und talentierte Konkurrenz. Ja, YouTube macht Millionäre. Aber wer dahin kommen will, muss Millionen andere beim Wettbewerb um die Zahl der Abrufe schlagen.

YouTube will in den nächsten Wochen ein Abo-Modell starten. Vessel ist mittlerweile online, läuft irgendwie, sieht aber nicht nach einem Durchbruch aus. Alle sehen das Problem, dass "YouTuber" ein in der Regel prekärer Beruf ist und suchen nach einer Lösung. Aber ob es die gibt? Als Zuschauer habe ich da Zweifel. Es ist unterhaltsam, wenn "Rhett & Link" mit Seelöwen Küsschen austauschen oder Kürbisse zertrümmern. Aber kostenpflichtig abonnieren würde ich das nicht.

Vielleicht steigen zumindest für die "Stars" ja in Zukunft die Werbepreise. Bis dahin sind es wohl eher die Lindsey Stirlings, die für sich die Lösung gefunden haben:

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