IFA 2015 - war was ? Ja. "Pearl.tv" und Videoload...

Dringend notwendig: Ein Lotse im UHD-Dschungel. Foto: IFA
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen der IFA Berlin und dem Media-Markt in Paderborn? Mmh. Keine Ahnung. Oder doch: Die IFA ist größer. Und es gibt mehr Berater. Ja, in diesem Jahr sogar eine "Guided Tour Ultra HD". Weil dort die "next steps in Technology & Content" zu finden sind.

Ich weiß nicht. Okay, bei UHD weiß man wohl, woran man jetzt ist. Es gibt 4K davon und noch demnächster vielleicht sogar 8K. Aber schon bei HDR und schon gar nicht bei den wünschenswerten höheren Frame-Raten gibt es wirkliche Standards für die scharfe Zukunft. Die Verwirrung ist groß. Und nach der IFA eher noch größer. Und im Media Markt Paderborn kann man die gezeigten Geräte in der Regel gleich mitnehmen.

"Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr die erfolgreichste IFA aller Zeiten ausrichten durften. Dabei ist der erneute Zuwachs internationaler Fachbesucher ein phänomenaler Erfolg", so Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin. 245.000 Besucher seien es insgesamt gewesen. Das IFA-Team habe mit den Vorbereitungen für die neue Messe CE China in Shenzhen begonnen, um mit dem erfolgreichen IFA-Konzept Chinas führende Messe für Consumer Electronics und Home Appliances zu etablieren.

Man glaubt irgendwie einen unheilvollen, dunklen Schatten aus Richtung Las Vegas zu verspüren. Von dort meldete die CES für dieses Jahr 176.000 Besucher. Die Konkurrenz-Messe wächst schnell, ist zielgruppengenauer auf die Unterhaltungselektronik fokussiert, überlässt dafür Staubsauger und Waschmaschinen gern dem Berliner Wettbewerber und hat dafür aber schon seit diesem Jahr mit der "CES Asia" in Shanghai ihren China-Klon erfolgreich eingeführt. Und ist mittlerweile die Messe, auf deren Termin alle großen globalen SmartTV-Hersteller ihre Entwicklungsabteilungen ausrichten.

So war es auch nicht zu erwarten, dass die Frage "OLED oder LCD-TV?" in Berlin abschließend geklärt wird. Es gab interessante Geräte dazu zu sehen, von LG genauso wie von Samsung, Panasonic oder der Vielzahl der nach vorn drängenden chinesischen Hersteller.

"Pearl.tv" sendet jetzt in UHD und noch irgendein weiterer Shopping-Sender. Der UHD-Demokanal vom vorigen Jahr wird jetzt am Abend HDplus-kostenpflichtig. Und die Blue Ray-Player mit UHD sollen nun nach Weihnachten kommen. Aber dann wirklich.

"Das sieht gut aus", so titelt der zur IFA erstellte Flyer der "AG Ultra HD" der Deutschen TV-Plattform. Nee, gar nicht, hätte Netz-TV da wieder gemeckert. Und ach ja, ein Flyer. Das ist irgendwie gemütliches Vintage, so 90er. Als "Pionier" für den "Weg von Ultra HD zum Massenmarkt" präsentierte uns die "Deutsche TVPlattform" nicht ARD oder ZDF oder gar RTL und ProSiebenSat1- nein, Videoload. Okay, auch Sky kümmert sich noch ein wenig um das Thema, aber tatsächlich war es Videoload, die VoD-Plattform der Telekom, die noch die handfesteste UHD-Ankündigung zu machen hatte.

Ja, Videoload, die tun was und wollen in ihrer VoD-App für Smart-TVs erste Filme in UHD anbieten. Wie Sebastian Lukaszyk, Leiter On Demand Services der Telekom Deutschland GmbH informierte, soll "Videoload UHD" Ende September mit über 100 Ultra HD-Filmen starten.

Videoload ist gar nicht so schlecht- eben ein typischer Telekom-Service. Also irgendwie sehr mittel, sehr zuverlässig und auch zuverlässig teuer. Und eben wohl das, was uns UHD-Freaks hierzulande außer Netflix und Amazon noch bleibt nach der IFA 2015.

Keine Ahnung, woher die Verantwortlichen ihren Optimismus für gewaltige Verkaufszahlen bei UHD-Fernsehern im Weihnachtsgeschäft nehmen.

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