"House of Cards" bei "7TV" - noch ein Selbsterfahrungs-Bericht

Gute Stimmung am "House of Cards"-Set mit Robin Wright, Kevin Spacey und Lars Mikkelsen
Foto: Netflix / David Giesbrecht
Frank Underwood ist wieder da. Und natürlich Claire... Die legendäre Netflix-Serie "House of Cards" zeigt sich in ihrer nun mittlerweile dritten Staffel nach meiner Meinung weiterhin in Bestform. Auch wenn die Kritiker weltweit längst nicht mehr durchweg in euphorische Lobgesänge ausbrechen und es am Wochenende auch keinen "Emmy" gab.

Claire und Frank wohnen eben nun im Weißen Haus, sie haben mehr zu verteidigen als anzugreifen und sind damit quasi in den Mühen der Karriere-Ebene angekommen. Als Präsident und "First Lady" geht es um Machterhalt statt um Machtgewinn. Das ist irgendwie nicht mehr so sexy, aber dennoch nicht weniger spannend und hochkarätig erzählt. Und mit "Hannibals" Bruder Lars Mikkelsen als russischem Präsidenten Viktor Petrov gibt es auch einen fulminanten neuen Gegenspieler, der die Serie deutlich bereichert.

Auch in Deutschland darf Netflix die dritte Staffel jetzt zeigen- bisher war sie vertragsgemäß dem Pay-TV vorbehalten. Und ja, tatsächlich, es gibt sie auch im Free-TV. Das muss man aber erst einmal herausfinden. Denn die hochgelobte Qualitätsserie wird gut in den späten Abendstunden versteckt. Und nicht nur das: Nach den enttäuschenden Quoten des Serien-Auftakts bei Sat.1 bekommt Frank Underwood im deutschen Free-TV dort nicht mal mehr einen Sendeplatz, den kaum einer findet, nein, die dritte Staffel "House of Cards" bekommt einen Sendeplatz, den kaum einer findet auf einem Sender, den kaum einer findet. Und wird jetzt bei ProSiebenMaxx nach dem Konzept "das muss schnell weg" von Montag bis Donnerstag "versendet". Ab nach 22 Uhr, mit jeweils mehreren Folgen bis tief in die Nacht.

Warum ProSiebenSat1 einst Geld für die "House of Cards"-Rechte bezahlt hat, wissen sie heute möglicherweise selbst nicht mehr, so wie sie die Serie behandeln. Aber es gibt ja jetzt "7TV", nicht nur als App für den Smart-TV, sondern auch ganz "normal" im Netz, also mal nachgeschaut und siehe da: "House of Cards" findet man dort auch for free im Netz, in ganzen Folgen.

Eigentlich hab ich am Beispiel "Bones" ja schon beschrieben, warum werbefinanziertes Anschauen guter Serien eigentlich gar nicht mehr geht. Aber Ausprobieren, das geht immer.

Nach kurzem Werbespot geht es auch schon los bei "7TV". Die Bildqualität ist etwas pixelig, aber okay. Vielleicht ist es ja auch mein erneuerungsbedürftiger Rechner und vielleicht wird es ja für zahlende Kunden der App dann besser.

Fazit: Gar nicht so schlimm. Statt drei bis vier Werbepausen gibt es zwar locker die doppelte Anzahl pro Serienfolge. Die enthalten drei bis vier Spots- das ist zwar ziemlich viel, aber die Pause ist längst nicht so lang wie im "richtigen" TV. Das hat den Vorteil, dass man nach der Werbeunterbrechung wenigstens noch weiß, was man eigentlich gerade schaut.

Also für die, die nur für "House of Cards" kein Netflix-Abonnement abschließen wollen und in der Nacht schlafen, ist "7TV" gerade gar keine so schlechte Alternative.

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