ALDI streamt jetzt auch- und bei Musik wird es wohl nicht bleiben

Foto: obs/ALDI ©MEDION AG
Naja, selbst singen oder in der Cloud speichern will ALDI noch nicht. Musik ist, wenn sie denn strömt, so hat man wohl beim Discounter gedacht, auch nichts anderes als Milch- und wenn wir was können, dann eins: Wir verkaufen billiger.

Ab 0.00 Uhr heute Nacht gibt's also was auf die Ohren bei ALDI life und es wird gut sein. Und billiger. Gut ganz einfach deshalb, weil unter der Haube etwas steckt, was wir längst kennen- die "über 34 Millionen Songs, 4000 Radiosender aus der ganzen Welt und tausende Hörbücher" von Napster. Nur dass sie eben bei ALDI jetzt 7,99 Euro für 30 Tage kosten statt 9,95 Euro im Monat. Nicht ganz ohne Grund ist Napster schon mit dem eigenen Angebot nach Spotify und Deezer drittgrößter Anbieter am deutschen Markt für Musik-Streaming.

Das könnte uns als "Netz TV" ja alles relativ egal sein. Nur ist beim Stichwort "Musik" immer auch das Wort "Video" nicht mehr weit und ich wage mal eine gewagte Prognose: Auch bei ALDI wird es nicht beim hören bleiben und wir werden in einer nicht allzu entfernten Zukunft auch etwas zu sehen bekommen. Vielleicht sogar irgendwann die "ALDI Original"-Serie, für deren Abruf man Prepaid-Karten bei der Kassiererin erwerben kann. Oder den Streaming-Gutschein beim Einkauf von zehn Tüten Mehl auf einmal bekommt.

Denn selbst LIDL kocht schon ein wenig am Thema Video. Und als großen Konkurrenten haben ALDI und Napster vielleicht gar nicht so sehr Spotify oder Deezer im Blick, auch nicht Mehl oder Milch, sondern den angebissenen Apfel. Denn "Apple Music" wird kommen, für 9,99 Euro im Monat. Also teurer. Aber die haben die kunterbunte "i-Welt" im Rücken, die Fans der Apple-Produkte und der iTunes. Und es gibt auch schon etwas zum Sehen, denn gerade ist in London wieder "iTunes Festival". Nur dass es eben jetzt "Apple Music Festival" heißt. Aber Pharrell Williams bleibt. Genauso wie der Videostream der Live-Konzerte für die Apple-Kundschaft.

Und ich könnte mir vorstellen, dass ALDI noch einen anderen großen Konkurrenten genau beobachtet und schaut, was der so macht an der Schnittstelle zwischen Handel, Werbung und Medien. Es klingt ein bisschen verrückt, aber ich würde das neue, zu den US-Angeboten konkurrenzfähige Fernsehen aus Deutschland im Netz eher von ALDI oder LIDL erwarten als von den bisherigen "Sendern". Wie man besser Milch verkauft, das zeigen sie den Amis gerade...

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