Live ist live - jetzt auch für Promis auf Facebook

Foto: Facebook
Dwayne Johnson hat es schon getan. Sind Sie auch eine "public figure"? Also so etwas wie eine "Persönlichkeit des öffentlichen Lebens"? Oder ganz einfach nur irgendwie prominent? Dann brauchen Sie nur noch ein Facebook-Profil mit so einem Häkchen dran. Und schon kann es losgehen- Facebook lässt jetzt Prominente Videos live streamen und wir alle dürfen dann auf ihrem prominenten Profil mit dabei sein. Und wenn es uns "gefällt", dann können wir es "teilen" mit der Welt.

Ein "Periscope-Killer" sei das, so kann ich überall lesen- dabei glaube ich, dass die meisten noch nicht einmal wissen, was "Periscope" eigentlich ist. Also Periscope ist eine App, mit der man auch live streamen kann. Sogar dann, wenn man nicht prominent ist. Periscope ist das "nächste große Ding in Social Media". Konnte man jedenfalls bis vor kurzem auch überall lesen. Davor war die Live-Streaming-App "Meerkat" das "nächste große Ding in Social Media". Auch das konnte man überall lesen. Naja, nicht ganz überall, mehr so auf Twitter. Twitter hat dann "Periscope" gekauft. Dann las man nicht mehr so viel von "Meerkat".

Twitter ist das große Ding in Social Media für die, die alles und überall lesen. Also hauptsächlich für die, die in preiswerte Kneipen zu "Blogger-Konferenzen" gehen. Also nicht für so viele. Die haben dann Periscope ausprobiert und es war toll. Nur schauten meist nur die zu, die sie dann sowieso auf der "Blogger-Konferenz" getroffen hätten. Es sei denn, sie streamten Events live- Events, für die Zuschauer sonst teuren Eintritt bezahlen müssten. Dann waren auch mehr als drei oder acht Köpfe im Publikum gleichzeitig dabei. Vermutlich aber auch Anwälte. So richtig groß wurde "das nächste Ding in Social Media" bisher nicht.

Facebook ist schon "ein großes Ding in Social Media". Ziemlich groß. Und Facebook glaubt daran, dass Videos "das nächste große Ding" sind. Auch in Social Media. Aber Facebook glaubt auch daran, dass Social Media ganz einfach Facebook ist und alle zukünftigen großen Dinge in Social Media bei Facebook stattfinden werden. Deshalb will uns Mark Zuckerberg dabei helfen, "mehr von den Videos zu finden, die wir sehen wollen". Bei Facebook, natürlich. Und auch live. Aber nicht bei Twitter. Weil bei Facebook auch die sind, die nicht zu Blogger-Konferenzen gehen. Das sind ziemlich viele. Und das macht Live-Streaming bei Facebook interessant.

Wir können also jetzt live zusammen mit Dwayne Johnson über rote Premieren-Teppiche schreiten. Schon bald werden wir mit Mega-Sportstars zusammen in der Kabine sitzen und wohl mit Paris Hilton dekadenten Promi-Partys beiwohnen. Alles live. Sogar das ultimative Live-Video-Selfie vom Hinterteil von Kim Kardashian sehe ich kommen. Und das Video wird wackeln. Ihr wollt es, ihr kriegt es. Und bei Facebook kriegen es live sofort alle mit.

Mark Zuckerberg ist jedenfalls einer der größten Helfer unserer Zeit. Spätestens dann, wenn er ein Alternativ-Programm für die zuschauenden Anwälte gefunden hat- spätestens dann werden wir alle live streamen dürfen. Auch wenn wir keine "public figure" sind. Endlich wird es jede Menge Live-Streams von süßen Katzen geben. Und Partys, die noch weit schlimmer sind, als die von Paris Hilton.

Da rollt eine Welle auf uns zu. Live. Eine Welle, die auch zeigen wird, wie absurd albern deutsche Medienwächter doch sind. Sie werden einfach hinweg gespült werden wie ein Sandkorn von den Wellen am Strand. Ob das gut ist? Ich weiß nicht. Ich bin schon älter. Ich lese noch viel. Selten bei Twitter. Ist aber auch egal. Helfen würde ohnehin nur das da- und das ist wohl keine gute Idee:

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