Konfuzius-Bingo: Hisense hat jetzt "ULED"-Fernseher.

Screenshot: hisense.com
Samsung kommt mit seinen "S-UHDTV" nach Berlin zur IFA 2015. LG setzt auf die OLED-Technik. Wer wohl das Rennen gewinnt? Die chinesischen Hersteller würden wohl sagen: Ist uns egal. Wir machen es billiger.

Zum Beispiel Dr. Lin Lan, geschäftsführender Vizepräsident der Hisense Group und Geschäftsführer von Hisense International Co., Ltd: "Wir bei Hisense stellen kontinuierlich höchste Ansprüche an uns selbst, um innovative Technologien zu entwickeln, damit unsere Produkte ihren Platz an vorderster Front in einer sich stetig wandelnden Welt behalten. Wir sind sehr stolz, unseren gebogenen 4K ULED TV vorzustellen und sind davon überzeugt, dass er unseren Kunden die von ihnen gewünschte überragende Qualität zu einem erschwinglichen Preis liefern wird."

Hisense kennt bei uns eigentlich keiner. Hierzulande wurde die Firma in "chinesischem Staatsbesitz mit frei handelbaren Aktien" erstmals als "wichtiger Kooperationspartner" bei der Rettung des Edel-TV-Herstellers Loewe so richtig bekannt. Erst kürzlich haben sie das TV-Geschäft von Sharp in Nord- und Südamerika übernommen.

Die chinesischen Hersteller wollen mit ihren TV-Geräten den Weltmarkt unter Kontrolle bringen und sie wollen dieses Ziel schneller erreichen als einst die derzeit noch führenden Südkoreaner und Japaner. Anstatt sich mühsam über viele Jahre durch gute Produkte einen Namen aufzubauen, werden gern etablierte Marken aufgekauft, um unter guten Namen chinesische Fernseher sofort in den Markt zu drücken. Und natürlich durch immer niedrigere Preise.

Die Japaner und vor allem die Südkoreaner versuchen sich dem vor allem durch Innovationen zu entziehen und Premium-Geräte anzubieten, die sie nicht nahezu zum Materialpreis verramschen müssen. Also S-UHDTV bei Samsung, OLED bei LG oder besonders schöne Fernseher von Sony.

Das wird nicht so einfach werden. Denn schon hat die chinesische Konkurrenz ihre Schwachstelle erkannt und arbeitet an Gegenstrategien. Und die von Hisense heißt dann eben "ULED". Das klingt so schön nach OLED, also innovativ und bedeutet erst einmal nichts anderes als eine neue Kontrolltechnologie für die LED-Hintergrundbeleuchtung. Mit "Smart Peaking" verbessert das Hisense-ULED die schwarz-zu-schwarz-Reaktionszeit und ermöglicht es der LED-Hintergrundbeleuchtung die Spitzenhelligkeit nur von einzelnen Zonen statt des Gesamtbildschirmes zu verstärken.

In New York stellte Hisense also gestern mit Dr. Lin Lan seinen neuen 65 Zoll 4K "ULED" der H10 Serie vor, gebogen, also "curved" natürlich. Der gebogene Fernseher zeichne sich durch die Technologie "3M(TM) Quantum Dot Enhancement Film (QDEF)" aus, die über 100 % des derzeitigen Farbstandards produziere und damit einen breiteren Farbumfang für reichere, lebhaftere und vielfältigere Farben und Schattierungen liefere.

Und ja, während der Präsentation bekräftigte Hisense sogar ganz direkt und offen, dass die "ULED"-TVs konzipiert wurden, um mit der Bildqualität von OLED-Geräten und SUHD-TV zu einem günstigeren Preis in Konkurrenz zu treten. Zum Glück wird in Preiskriegen nicht scharf geschossen. Besucher der bevorstehenden IFA gehen also nur das Risiko totaler Verwirrung ein. Denn selbst Fachleute können die vielen verschiedenen "Innovationen" der Bildschirmtechnologie kaum noch nach Substanz und Nutzen beurteilen und normale Kunden blicken da gewiss gar nicht mehr durch.

Welchen Fernseher sollte man also kaufen? Keine Ahnung. Gerät anstellen und gucken- den eigenen Augen kann man vertrauen. Konfuzius sagt, der Mensch habe dreierlei Wege klug zu handeln: Nachdenken sei der edelste, Nachahmen der einfachste und Erfahrung der bitterste. Ist im Geschäft mit Fernseher alles dabei.

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