Jokes von Juke - Media Markt und Saturn suchen die Zukunft

Foto: © Media-Saturn-Holding GmbH
Da geht er hin, der neue Smart-TV. Bei Media-Saturn, Deutschlands größtem Händler für Unterhaltungselektronik, wird die Kasse klingeln. Leider wohl nicht mehr so laut wie früher- der Preisverfall bei neuen TV-Geräten trifft natürlich nicht nur die Hersteller, sondern auch die Händler. Zwar kann Media-Saturn derzeit die Umsätze immer noch steigern, was in diesem Markt sicher eine außergewöhnliche Leistung ist. Der konsequente Ausbau des Online-Handels sei dafür die Grundlage, so der Konzern. Und das soll so weitergehen. Vielleicht würden dann weniger Kunden im Laden kaufen. Aber "wenn wir uns nicht kannibalisieren, macht es ein anderer", so Deutschlandchef Wolfgang Kirsch gegenüber der Presse.

Der gerade neu verkaufte Smart-TV bringt aber möglicherweise nicht nur Umsatz. So bald er ans Internet angeschlossen wird, entsteht auch ein klitzekleines Stück einer neuen Infrastruktur, die wiederum andere und neue Umsatzprobleme schafft. Die immer kleiner werdenden und langsam verschwindenden Regale mit neuen Musik-CD's sind ja mittlerweile ganz normaler Alltag. Aber seitdem ich einen Smart-TV besitze, fällt meine regelmäßige Runde vorbei an den Regalen mit neuen oder besonders günstigen DVD und BlueRay immer häufiger aus. Mittlerweile sogar vollständig- in der Vorweihnachtszeit war ich da wohl letztmalig unterwegs.

Unter dem Fernseher liegen noch immer die Errungenschaften und Schnäppchen aus einstigen Streifzügen. Regelmäßigen Besuch bekommen sie nur noch vom Swiffer. Wohl weniger als 10 Prozent wurden mehr als einmal angeschaut. Bei Amazon & Co. kann ich jetzt auch virtuell nur ausleihen- die Videotheken waren mir immer zu weit weg. Und die ganz großen "Schätze" kann ich kaufen und in ein schönes virtuelles Regal stellen, welches niemals einstaubt.

Sicher waren und sind CD's, DVD's oder BlueRay für Media Saturn nur ein schönes Nebengeschäft. Aber auf dem Weg zum Regal flimmerten stets die großen Fernseher mit ihren immer fantastischeren Bildern und neueste Laptops, Tablets, Smartphones lockten mit immer fantastischeren Preisen. Das wirkte bei mir mehr als nervige Fernsehspots und immer größere Prospekte.

In der Werbung ist Media-Saturn ja im Internet schon seit längerem kreativ unterwegs. Auch beim Preis waren sie stets flexibel. Für meinen neuen Smart-TV habe ich damals auf Nachfrage den Amazon-Preis bekommen. Ob die Plattform "Juke" allerdings eine ausreichende Antwort auf das Musikangebot mit dem Apfel oder das Video-Angebot von Amazon sein wird, da habe ich noch Zweifel.

Jedenfalls soll "Juke" jetzt ausgebaut werden. Mehr noch in Richtung Download statt Streaming, weil der Markt sich nach Meinung von Herrn Kirsch in diese Richtung entwickelt. Auch da habe ich Zweifel. Der bisherige Musik-Streamingdienst soll auch ein Film-Angebot bekommen und eben Downloads, weil das die Zukunft ist. Ich muss mal junge hübsche Mädchen auf der Straße befragen, wer "Juke" nutzt. Das ist aber schwierig. Seitdem sie alle diese wummernden Kopfhörer mit dem kleinen b tragen, hören sie kaum noch was.

Also, ich will eigentlich keine Filme mehr "downloaden". Und wenn, dann will ich mein schönes virtuelles und staubfreies Regal für den Kram und keine Rekorder oder gar Festplatten mit noch mehr Staub im hässlichen Kabelsalat. Und am liebsten würde ich ausleihen, und das für 99 Cent wie bei den "Freitag Abend Filmen" von Amazon.

Könnt ihr das, ihr Media-Märkte mit Saturn? Schwierig? Dann strengt euch an. Ich bin König- ich bin Kunde. Und weil, da spekuliere ich jetzt mal ganz ungeniert, der Tag nicht mehr fern ist, an dem es einen richtigen "Fire-TV" geben wird. Nein, keine Box und auch keinen Stick. Einen richtig großen Fernseher mit Mega-Bildschirm, mit UHD, HDR und allem was sonst noch dazu gehört. So etwas ist keine Hexerei- einer der größten und innovativsten Hersteller auf dem US-Markt heißt "Vizio" und hat sich niemals selbst mit der Produktion beschäftigt. Das kann auch Amazon. Und kann dann die Filmkäufer an sehr schönen virtuellen Regalen vorbeiführen.

Wahrscheinlich sogar wesentlich besser wie hier:

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