Fernsehgeräte zur IFA 2015 - es geht noch billiger. Aber nicht für alle.

Miss IFA präsentiert Produktneuheiten zur IFA 2015: Samsung SUHDTV mit Soundbar Foto: IFA Berlin
Die IFA 2015 steht bevor und wie immer liefern der Bundesverband Technik des Einzelhandels e.V. (BVT), die GfK Retail and Technology GmbH und die gfu Consumer & Home Electronics GmbH mit ihrem "CEMIX", dem Consumer Electronics Markt Index, die dazu passenden Zahlen. Und die sind für die Hersteller von Fernsehgeräten durchgehend furchterregend.

Furchterregend waren sie auch schon vor einem Jahr- aber da war Fußball-Weltmeisterschaft gewesen, der eine oder andere Kunde hatte wohl doch noch zugegriffen und die IFA 2014 versprach viel Neues. So waren die ultrahochauflösenden Fernseher gerade im Anmarsch. Tizen, WebOS oder Android-TV kamen als vielversprechende neue SmartTV-Betriebssysteme auf den Markt und nicht zuletzt starteten mit Netflix und Amazon Prime im IFA-Jahr 2014 die neuen globalen Video on Demand-Anbieter auch hier bei uns in Deutschland. Also gab es insgesamt eigentlich viele Argumente für ein neues und besseres Gerät.

Geholfen hat das alles nicht. Zwar fällt der Durchschnittspreis verkaufter LCD-TV mit 558 Euro jetzt nur noch langsam (561 Euro im Vorjahr). Aber sicher hatte der vom Kunden in Empfang genommene Durchschnitts-Fernseher wieder größere Bildschirm-Diagonalen und war erheblich besser ausgestattet. Noch viel gravierender ist, dass deutlich weniger neue Geräte verkauft wurden. Statt 3,8 Millionen gingen nur noch 3,2 Millionen Fernseher über reale oder digitale deutsche Ladentische, der Gesamtumsatz sank von 2,1 auf 1,8 Milliarden Euro.

Auch ist es zumindest teilweise ein Gerücht, dass die Leute jetzt auf anderen Geräten fernsehen: Der Absatz von PC's, Notbeooks oder Tablets sank ebenfalls mit zweistelligen Prozent-Raten. Nur Smartphones legen immer noch zu. Da steigt der Durchschnittspreis von 352 auf 384 Euro, 7% mehr Geräte wurden verkauft und zusammen brachte das stolze 17% Umsatzzuwachs.

Wie in jedem Jahr werden die Smart-TV auf der IFA 2015 wieder größer, bunter und intelligenter werden. Die ganz großen Neuheiten sind aber diesmal wohl nicht zu erwarten. Verbesserung des Bestehenden, so könnte man wohl den Haupttrend beschreiben, und das für immer weniger Geld.

Ich glaube, wir werden in den nächsten zwölf Monaten wieder Nachrichten über den Rückzug von Herstellern aus der Fernsehgeräte-Produktion hören. Auch wenn die Vielzahl aufgedruckter Marken weiterhin eine längst nicht mehr vorhandene Firmen-Vielfalt vortäuscht: Entscheidend ist, was drin ist, welches Panel, welche Prozessoren, welche Software. Und da ist der Konzentrationsprozess auf immer weniger und immer größere Hersteller in vollem Gange.

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