Sky testet UHD zum DFB-Pokalfinale- wo bleibt öffentlich-rechtlich ?

Foto: Sky
Es sind 15. Nur in gerade einmal 15 "Sky Sportsbars" in ganz Deutschland wird man es sehen können. In Hamburg zum Beispiel nicht. Auch nicht in Köln. Immerhin aber in zwei Locations in Uelzen. Dafür wird es Gründe geben, welche auch immer. Aber der Hauptgrund ist und bleibt immer der gleiche: Obwohl schon hunderttausende "Ultra-HD"-Fernseher in deutschen Wohnungen stehen. ist ein Ultra-HD-Fernsehen noch immer nicht einmal in Sicht.

Heute in einer Woche ist es nun so weit. Nein, nicht mit dem UHD-Fernsehen. Aber die erste Live-Fußballübertragung in UHD auf deutschem Boden wird es geben. Nächsten Samstag in, wie schon gesagt, insgesamt 15 "Sky-Sportsbars". Da ist DFB-Pokalfinale ab 20 Uhr. Dass es nur an 15 Stellen funktionieren wird, hat gute Gründe. "Der Auf- und Abbau der Ultra-HD-Technologie in den Sportsbars wird durch von Sky beauftragte Techniker übernommen. Am Abend des Finalspiels ist jeweils ein Techniker in den Sportsbars vor Ort, damit die Übertragung des ultrascharfen Fußballspiels ein voller Erfolg wird", so meldet es Sky.

Mit Sky gibt gibt es damit zumindest einen finanzstarken Sender am deutschen Markt, der es ernsthaft versucht, das neue ultrascharfe Fernsehen voranzutreiben. Damit es dann irgendwann einmal auch in unseren Haushalten ankommt. "Mit der Final-Übertragung in Ultra-HD in ausgewählten Sportsbars setzt Sky einen weiteren Meilenstein als Innovationstreiber", meint Paul Sexton-Chadwick, Vice President Business Solutions bei Sky. "So etwas hat es in der deutschen Live-Sportübertragung noch nie gegeben. Damit bieten wir unseren Kunden aus der Gastronomie und deren Gästen ein einzigartiges Erlebnis. Erstmalig in Deutschland kann ein Live-Fußballspiel öffentlich in Ultra HD verfolgt werden."

Für diese Aktion stattet Sky die Sportsbars mit Samsung-UHD-Fernsehgeräten in 65 und 78 Zoll, deren integrierte Tuner bereits den Empfang von UHD-Ausstrahlungen unterstützen, sowie mit dem entsprechenden Ultra-HD-Signal aus. Samsung wird als Kooperationspartner die Fernsehgeräte sicher mitbringen. Aber das "Ultra-HD-Signal" muss in die Sportsbars kommen. Das kostet Geld. Leider brauchen die "öffentlich-rechtlichen" Anbieter in Deutschland ihre "Haushaltsabgaben" im Gegensatz zum Beispiel zur britischen BBC offenkundig für wichtigere Aufgaben als den technischen Fortschritt.

Das ZDF hat gerade die Umstellung seiner Hauptnachrichtensendung "heute" gerade noch einmal verschoben. Die komplette Umstellung auf HD, nicht UHD. Für das öffentlich-rechtliche deutsche Fernsehen werden mittlerweile unglaubliche sieben Milliarden Euro Gebühren pro Jahr fällig. Dennoch fehlt das Geld, um wenigstens technisch im globalen Maßstab mit vorn dabei zu sein. Kein Wunder, dass der Unmut über die "Haushaltsabgabe" und die Frage nach der Legitimation des bestehenden Rundfunksystems immer lauter werden.

Ich glaube eigentlich, dass wir einen leistungsstarken öffentlich-rechtlichen - nein, nicht "Rundfunk"- sondern, dass wir leistungsstarke öffentlich-rechtliche Medien brauchen. Wenn die "Anstalten" beim derzeitigen rasanten Wandel jedoch nicht bald aufwachen und echte Reform- und Innovationsfähigkeit demonstrieren, dann wird auch kein "Jugendkanal" mehr helfen. Dann werden sie irgendwann von außen "gewandelt" werden. Und das wird vielleicht gar nicht gut für sie ausgehen. Denn UHD und HDR sind über andere "Empfangskanäle" als "Rundfunk" längst zu uns auf dem Weg. Und könnten so die Frage aufwerfen, wozu man alte Kanäle mit zweitklassigen Bildern, aber erstklassigen Kosten, noch braucht.

Schalten wir um nach Asien. Das da war übrigens schon vor einem Jahr:

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