Die ZDF "heute-show" kämpft für mehr Lachen im Netz

© ZDF/Prime Productions
"Wo bleibt eigentlich das Positive?", so wurde ich kürzlich zu Recht gefragt und gut, warum auch nicht: Ja, das gibt es. Sogar öffentlich-rechtlich. Zum Beispiel die "heute-show" im ZDF. Die will jetzt für uns "zum satirischen Begleiter über das ganze Jahr hinweg" werden. Auch an "Nichtsendetagen" und während der Show-Pausen im Sommer und Winter wird sich das Team der "heute-show" ab sofort mit dem befassen, was die Republik im Politikbetrieb und im Netz so bewegt.

Ja wirklich, im Netz. "So fortschrittlich kann öffentlich-rechtliches Fernsehen sein: Die 'heute-show' jetzt endlich auch im Internet. Ich würd’s schauen, aber es kommt immer so spät", so "heute-show"-Anchorman Oliver Welke. Gernot Hassknecht muss ihm das wohl erst noch erklären, mit diesem Netz und dem "on demand".

Richtig, die "heute-show" ist auch nur eine deutsche Version der US-Satire "The Daily Show"- aber in dieser Qualität muss man es erst einmal machen. Machen können. Machen dürfen. Auch im Netz. Dort gibt es nun eine eigene Website der Sendung. Die ist zwar jetzt nicht gerade eine Benchmark in Sachen Webdesign oder Inhalt, aber etwas ist öffentlich-rechtlich noch einigermaßen neu: "Teilen !", so ruft es da überall, man kann den Gag des Tages mit zwei Klicks per Social-Media verbreiten und die "heute-show" ist auch bei Facebook oder Twitter. Die öffentlich-rechtliche Angst vor einem Hinweis auf fremde Universen da draußen scheint völlig überwunden.

Ja, sogar bei YouTube gibt es jetzt eine eigene Playlist im ZDF-Angebot. Und es wird auch schon geliefert, so kommen bei Twitter gerade passend zum Lokführerstreik des Tages "die total-unverschämt-überzogenen Forderungen des irren Weselsky und seiner dreisten GDL-Bande" herein:
Das wird funktionieren. Denn, wenn man es denn machen kann, wie bei der "heute-show", dann sind das genau die Inhalte, die, wie es so schön heißt, "viral gehen". Das wird man "Liken, Teilen und Kommentieren", so wie es "die Anstalt" sich wünscht und so wird es die Social-Media-Kanäle im Netz füllen.

Vielleicht ist vieles ja so viel einfacher, als man allgemein denkt. Vielleicht beschäftigen sich ja viel zu viele in den deutschen Medien mit dem Thema "Regulierung". Statt dessen wünsche ich mir mehr deutsche öffentlich-rechtliche Medienmacher, die mit der gleichen gesunden Geisteshaltung wie das Mainzelmännchen da oben im Kampf mit der angeblich so übermächtigen US-Konkurrenz um das Publikum endlich in den Ring steigen. Und zwar auf allen Kanälen, auch die, die zurückschlagen, auch dann, wenn es wehtut. Vielleicht wird man oft feststellen: Anderswo kochen die auch nur mit Wasser. Dann reguliert sich vieles von selbst.

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