Amazon, Netflix, Watchever- die Streaming-TV Highlights im April.

Foto: Barry Wetcher © 2014 Netflix, Inc. All rights reserved
Ostersonnabend, 23.57 Uhr. Servus TV sendet "Lawless - Die Gesetzlosen". Guter Film. Tolles Bild - Servus TV sendet natives HD in 1080i. Film ist fast fertig. Jack Bondurant alias Shia LaBeouf fährt wutentbrannt los, um den Schurken Special Agent Charlie Rakes alias Guy Pearce zur Strecke zu bringen. "Palim, Palim"- Unterbrechung, Trailer, Werbung. Nur ganz kurz. Geht aber gar nicht. So kann man keinen Film gucken. Schon gar keinen guten. Keinen, bei dem man mit den Helden mitfiebert, mitleidet oder mitfeiert.

Ich glaube, die wirkliche Streaming-Revolution ist, dass einem immer mehr bewusst wird, was für eine absonderliche Idee es eigentlich ist das Anschauen von Filmen durch Werbeunterbrechungen zu finanzieren, die das Anschauen von Filmen eigentlich unmöglich machen.

Zeit, den Streaming-Monatsüberblick doch noch zu fertig zu schreiben. Auch wenn das April-Angebot nicht unbedingt dazu zwingt.

Watchever hat im Spielfilmbereich "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia"- so wie auch Netflix. Watchever hat auch "King Kong". Und "Miami Vice". Dazu "Faster" mit Dwayne Johnson oder Julia Roberts in "Monas Lisas Lächeln". Netflix hat "Hook", "American Psycho" oder "Ziemlich beste Freunde".  Am unverbrauchtesten ist vielleicht noch "The Great Gatsby" mit Leonardo DiCaprio. "I am Ali" gibt es neu bei Amazons Prime-Videoangebot. Und Harry Potter, ähh Daniel Radcliffe in "Die Frau in Schwarz". Dazu zwei Teile "Bonny und Clyde" sowie für die "Metallica"-Fans den 3D-Konzertfilm "Metallica - Through The Never".

Auch neue Serien-Angebote gibt es überall. Die Golden Globe prämierte "Ugly Betty" gibt es bei Watchever und Amazon. Mehr aus der "Ripper Street" (Staffel 2) findet sich bei Netflix und Amazon. Netflix hat auch "Peaky Blinders" und "Nashville". Und Amazon wird zum Liebling der Sci-Fi-Fans mit "Battlestar Galactica", "Heroes" und dem etwas albernen "Eureka". Darüber hinaus wird Amazon mit der vierten Staffel "Downton Abbey" schwer bei allen Frauen punkten.

Für mich aber wird von Monat zu Monat klarer: Es sind die qualitativ guten Eigenproduktionen, die immer bedeutsamer für das Programm werden. Und damit deutschen Anbietern ohne solche Möglichkeiten das Überleben in Zukunft schwer machen könnten.

Zwar gibt es die Staffel drei der "Mutter aller Streaming-Produktionen", dem "House of Cards", im deutschen Netflix im Gegensatz zur sonstigen Netflix-Welt wohl erst in einem halben Jahr. Aber "Marvels Daredevil" kommt neu ins Programm, Hochglanz aus dem nahezu unendlichen Comic-Universum. Sogar bei Bedarf und entsprechendem technischen Equipment in 4K-UHD. Für die im letzten Monat gestarteten "Unbreakable Kimmy Schmidt" und "Bloodline" gab es gute Kritiken, die Bibliothek an exklusivem Netflix-Programm füllt sich also langsam auch in Deutschland immer mehr.

Amazon feiert für sein Aushängeschild "Transparent" sogar ein offizielles Premieren-Event zum Start der deutschen Synchron-Fassung. Auch die zweite Staffel des "Alpha-House" spricht jetzt deutsch. Das ist zwar nur Comedy-Standardware. Aber über die Idee mit den Drohnen habe ich Tage lang gelacht.

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