"From Vegas To Macao"- China wird zur führenden Kinonation


Cool bleiben. Ruhe bewahren. Den Gegner kommen lassen. Und immer lächeln. So, wie es der berühmte Schwertmeister Li Mu Bai aus "Crouching Tiger, Hidden Dragon" auch getan hätte. Chow Yun-Fat, der ihn vor Jahren spielte, reagierte genau so, als er im Vorjahr mit 46 anderen Prominenten in China wegen Sympathien für die Demokratiebewegung in seiner Heimatstadt Hongkong auf eine "schwarze Liste" geriet. "Dann verdiene ich eben weniger"- so seine einzige bekannte Reaktion.

Und tatsächlich, Chow Yun-Fat ist in einer sehr starken Position. Denn wenn es noch Waffen gibt, mit denen man die Regierung in Peking wirklich beeindrucken kann, dann sind dies gute Geschäfte. Chow Yun-Fat ist als Schauspieler in China aber ein absoluter Mega-Star und Filme sind dort mittlerweile ein sehr, sehr gutes Geschäft.

Im Februar ist es nun zum ersten Mal passiert. Seit die Filme laufen lernten oder spätestens seit Charlie Chaplin waren die USA das Land auf diesem Planeten, in dem an den Kinokassen mehr Geld als irgendwo sonst auf dieser Welt eingesammelt wurde. Genau dies ist sicher auch der eigentliche Grund, warum Hollywood sich zum Zentrum der weltweiten Filmproduktion entwickelte. Im Februar diesen Jahres war es zum ersten Mal anders. Mit Einnahmen in Höhe 650 Millionen US-Dollar klingelte erstmals mehr Geld in chinesischen Kinokassen als in US-amerikanischen. Dort kamen "nur" 640 Millionen zusammen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis es soweit war. Schon im Vorjahr war aufgefallen, dass der Hollywood-Blockbuster "Transformers 4" in China mehr einspielte als irgendwo sonst. Die Chinesen lieben Spielfilme, sie strömen in Massen in Hollywoods Filmuniversen und noch mehr lieben sie Filme aus asiatischer Produktion. Und sie lieben Chow Yun-Fat.

Mit allein 104 Millionen Dollar an Einspiel-Ergebnis lag dessen aktueller Film "The Man from Macau II" (From Vegas To Macao) im Februar vorn an den Kinokassen. Chow Yun-Fat bedeutet also gute Geschäfte. Sehr gute Geschäfte. Wenn er es aus Sicht der Regierenden in Peking mit der Politik nicht zu sehr übertreibt, muss er sich in China nicht fürchten.

Fürchten muss man sich da eher in Hollywood. Chinesische Firmen wie Alibaba investieren wie nie zuvor in Filmproduktion und kaufen auch in Kalifornien gern ein, was immer gerade zu haben ist- Know How genauso wie gern auch gleich komplette Firmen. Statt "From Vegas To Macao" könnte es bald auch "Von L.A. nach Shanghai" geben, und das nicht nur als Film.

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