8K UHD-TV: Wie viel Auflösung braucht die Welt?

Foto: LG Display
Moderatoren hassen HD-TV. Ganz bestimmt. Denn die moderne Fernsehtechnik, die uns immer bessere Bilder ins Haus bringt, hat so ihre Tücken. Schließlich geht es beim Fernsehen ja nicht nur um die Bilder der Realität, wie wir sie sonst so mit eigenen Augen sehen.

Moderatoren arbeiten meist in Studios, bei optimaler Beleuchtung. Und Kameras haben etwas, was Augen nicht haben- sie haben den Zoom. Sie können das Bild von der Welt vergrößern. Und die Kombination aus Zoom und Beleuchtung macht mehr Dinge sichtbar, als wir sonst mit eigenen Augen sehen. Schon bei HD-TV kann das dazu führen, dass man kleine, nicht ganz so perfekte Dinge im Gesicht auf den großen Fernsehern viel besser sieht, als der Moderator selbst daheim im Badezimmer-Spiegel.

Zum Glück gibt es in den Studios Profis, die solche Probleme mit etwas Puder, Schminke und Kosmetik lösen. Aber das wird schwieriger. Denn irgendwann soll es UHD-TV geben. Auch als Sendung aus den Studios, nicht nur als neues TV-Gerät. Und bei LG plant man sogar schon das Ultra-ultrahochauflösende 8K UHD-TV mit 7.680 mal 4.320 statt "nur" 4.096 mal 2.160 Bildpixeln wie 4K UHD-TV. Statt unschöner Haut-Poren werden da bei optimalem Zoom und Beleuchtung vielleicht schon erste Zellstrukturen auf Moderatoren-Nasen öffentlich sichtbar.

Braucht man das, könnte man da fragen und wie weit wird die Entwicklung noch gehen? Denn es ist ja nicht nur die Explosion der Pixel-Zahlen, die die fürs Fernsehen der Zukunft zu übertragenden und auch zu bearbeitenden oder zu speichernden Datenmassen in schwindelerregende Dimensionen treibt. Die noch schärferen Bilder brauchen eigentlich auch eine höhere Bildfrequenz, also mehr zu übertragende Bilder, jedes einzelne mit den vielen, vielen Pixeln. Die Pixel wiederum, jedes einzelne, sollen mehr Kontrast, mehr unterschiedliche Farbtöne liefern und wollen dafür auch wiederum mehr Bits.

Um das Ganze überhaupt noch durch irgendwelche Datenleitungen zu pressen, müssen die Daten komprimiert werden. Dazu gibt es die neuen Standards, wie HEVC- und es braucht natürlich Mikroprozessoren, die das Ganze schön für den datenoptimierten Transport quasi einpacken und zum Anschauen dann wieder auspacken. Real Time natürlich, möglichst ohne Verzögerung und ohne im Wohnzimmer störende Belüftung, wenn ihnen bei der Rechenarbeit vielleicht etwas warm wird. Und es ist viel Rechenarbeit.

Ungefähr 40.000 Additionen pro Sekunde schaffte einst der Apollo-Bordcomputer und führte damit US-Astronauten zum Mond und zurück. "House of Cards" von Netflix könnte man damit maximal als unscharfe Dia-Show anschauen, statt als Film in 4K UHD.

Die 8K-Bildschirme von LG sind toll, schon zur letzten CES war da ein beeindruckendes Modell zu bestaunen. Aber man darf die technischen Infrastruktur-Realitäten dabei nicht ganz aus den Augen verlieren. Die neuen 4K-UHD-TV, die derzeit in immer größerer Anzahl aus den Läden in die Wohnzimmer kommen, können derzeit einen ASTRA-Satelliten-Test in 4K UHD empfangen. Und ein paar Filme auf Netflix- so sie denn an einem der wenigen dafür geeigneten Internet-Anschlüsse hängen. VDSL sollte schon es mindestens sein.

Selbst normales HDTV ist ja immer noch etwas Besonderes- meinen jedenfalls die deutschen Privatsender, die dafür den HDplus-Aufpreis verlangen.

In Japan, so LG, arbeite man jetzt daran 8K-UHDTV-Übertragungen zu testen. Apple plane einen 8K-iMac noch in diesem Jahr. Zur Winterolympiade 2018 in Pyeongchang will Südkorea einen 8K-Service anbieten. LG jedenfalls glaubt daran, dass die Welt die 8K-Auflösung braucht- und LG Display verspricht uns allen mehr supersuperscharfe Bildschirme sowie "große Schritte" in eine so noch nie gesehene Bilderwelt.

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