ZDF "Social TV"- mit dem zweiten Screen jetzt besser

Foto: CELLULAR GmbH
Das ZDF experimentiert weiter mit dem "Second Screen". Im klassischen deutschen Fernsehen waren die Mainzer 2014 unangefochten der "meist gesehene Sender"- viel mehr geht da nicht. Auch als Mediathek ist das ZDF recht erfolgreich unterwegs- nicht zuletzt dank der App, die dafür sorgt, dass die "heute-Show" sicher einer der ultimativen deutschen Facebook-Hits ist. Stolze 6 Millionen Nutzer und über 400 Millionen Seitenaufrufe pro Jahr soll die App verzeichnen, die jetzt als erste Modernisierung den angestaubten Rundfunkrechtsbegriff "Mediathek" verliert und in Zukunft einfach die "ZDF-App" ist. Nur mit diesem "Second Screen" und einigen Problemzuschauern hat man derzeit noch so seine Schwierigkeiten.

Da geht noch mehr- und die App soll nun über die reine Video on Demand-Funktion hinaus den "Second Screen" bespielen, um auch dort das Feld nicht allein den Spöttern auf Twitter oder Facebook zu überlassen. Aus der leidvollen Geschichte von "Wetten Dass" hat man viel über die Bedeutung des "zweiten Bildschirms" gelernt und experimentiert wird ja schon länger mit diesem mysteriösen neuen Medium.

Mit der neuesten Version der ZDF-App sollen Zuschauer nun an vielen ZDF-Programmen "teilhaben" können. Durch "Second-Screen-Funktionen" werden Hintergrund-Infos der Redaktion passend zum Livebild angeboten. Zudem gibt es die Möglichkeit, über Live-Abstimmungen und Social-Media-Diskussionen näher am Programm zu sein.

Die ersten "Second Screen Sendungen" starten ab 18. Februar. So das "Neo Magazin Royale" mit Jan Böhmermann und der Sechsteiler "Schuld" nach Ferdinand von Schirach. Künftig können die Zuschauer in der App bei "WISO" die Netzdiskussion verfolgen oder an Abstimmungen über Verbraucherthemen teilnehmen. Während der Fußball-Champions-League-Übertragungen im ZDF bietet die App Live-Sportdaten zu den Partien. Per Push-Mitteilung kann man sich an den Start einer Second-Screen-Sendung erinnern lassen.

"Mobile Geräte bestimmen heute maßgeblich die Entwicklung des Fernsehens mit. Das ZDF hat das frühzeitig verstanden und geht zusammen mit uns neue Wege in dieser digitalen Ära des Fernsehens. Die Erweiterung des Second Screen-Programms in der ZDF-App bietet Zuschauern die Möglichkeit, individueller als je zuvor mit dem Sendeangebot zu interagieren", so Roman Kocholl, Geschäftsführer der CELLULAR GmbH, die das Ganze als Dienstleister gebaut hat.

Und, so möchte man ergänzen, dem ZDF bietet es bei Erfolg die Möglichkeit, die Social-Media-Shitstorms etwas besser unter Kontrolle zu bekommen. Ich glaube, da ist man auf einem richtigen Weg. Fernsehsender der Zukunft, wenn es sie denn überhaupt geben wird, werden keine "Sender" mit eindeutiger Richtung sein, sondern soziale Medien-Communitys, die immer senden- aber auch immer empfangen.

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