Sogar Sony ist in Gefahr- Armageddon für Fernsehgeräte-Hersteller

BRAVIA X90C Foto: Sony © Alle Rechte vorbehalten
Ja, Sony hat auch jede Menge andere Probleme. Aber wenn die traditionsreiche TV-Sparte des japanischen Konzerns in Schwierigkeiten kommt, dann offenbart dies die schon fast historische Entscheidungsschlacht, in die die gesamte Branche gerade hineinschlittert.

Denn Sony ist im Geschäft mit neuen Fernsehgeräten einer der ganz Großen im Weltmarkt und hat gerade erst mit dem Bravia X90C zur CES in Las Vegas wieder ein tolles neues Produkt vorstellen können, das viele begeisterte. In normalen Zeiten könnten sie sich jetzt auf das Hochfahren der Produktion, gutes Marketing und die anstehende Verteilung der Profite konzentrieren. Aber die Zeiten für Hersteller von Fernsehgeräten sind ganz und gar nicht normal.

Sonys im letzten Jahr als selbständige Einheit aus dem Konzern ausgegliederte TV-Sparte soll aktuell überhaupt erst einmal wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Konzernchef Kazuo Hirai hat kürzlich dem "Wall Street Journal" auch schon bestätigt, dass über einen Verkauf nachgedacht wird. Aktuell sei dies noch nicht in Arbeit, aber "wir müssen diese Möglichkeit im Auge behalten". Dann würde Sonys ruhmreiche TV-Sparte vermutlich als aufgeschraubter Markenname auf den Geräten billigerer Hersteller enden und so den Weg anderer großer Namen der Branche gehen wie Philips, Toshiba oder vor etlichen Jahren der letzte große deutsche Hersteller Grundig.

42. Das ist alles. 42 ist nach Douglas Adams die Antwort auf die Frage aller Fragen, nämlich die "nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest". Dafür musste ein Supercomputer immerhin 7,5 Millionen Jahre rechnen. 555 ist die Antwort auf die Frage aller Fragen für Hersteller von Fernsehgeräten auf dem deutschen Markt. Dafür musste man nur ein Jahr lang zusammenrechnen. 555 Euro bezahlten Kunden durchschnittlich im Jahr 2014 für ihren neuen LCD-TV nach dem aktuellen Consumer Electronics Marktindex Deutschland (CEMIX), den der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT), die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und die GfK erstellen. 2013 waren es noch 603 Euro. Und 2012 waren es 619 Euro.

Die Bildschirmgröße des Durchschnitts-LCD-TV nahm für diesen Preis allerdings deutlich zu. Die technische Ausstattung der Geräte verbesserte sich sprunghaft. Und das Tempo des Preisverfalls genauso wie der Innovationsdruck steigen immer noch an.

Statt 619 Euro 2012 bezahlt der Käufer also jetzt 555 Euro und bekommt dafür auch noch einen größeren und besseren Fernseher. 8,1 Millionen Geräte wurden 2014 insgesamt in Deutschland verkauft, 3,8% mehr als im Jahr zuvor. Unterm Strich brachte das beim Umsatz aufgrund des Preisverfalls ein Minus von 4,7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro (2013 waren es noch 4,7 Milliarden).

Für die Kunden ist das natürlich das Paradies. Den TV-Geräteherstellern geht in diesem geradezu biblischen Markt-Armageddon aber zunehmend die Luft aus. Denn sie müssen nicht nur in rasantem Tempo für immer weniger Geld immer bessere Fernseher liefern. Die Produktion der Hightech-Komponenten, wie zum Beispiel der immer größeren und schärferen Bildschirme mit noch brillianteren Farben, verlangt auch pausenlos nach erheblichen Investitionen in technisch immer anspruchsvollere Fabrikationsanlagen sowie in Forschung und Entwicklung.

Das kann nicht mehr endlos so weiter gehen. Sonst gibt es bald UHD-TV's mit zwei Metern Bildschirmdiagonale geschenkt. Aber ein Ende und ein Sieger ist auch noch nicht abzusehen. Deshalb für alle, die noch Fernseher bauen, hier etwas zur Einstimmung auf die neue Arbeitswoche:

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