JustWatch - ab sofort gibt es eine Streaming-Suchmaschine

Foto: JustWatch

Rund ums Internet passiert verdammt viel jeden Tag und meistens sind es Dinge, Themen oder tolle neue Services die, sagen wir mal, entbehrlich sind. Aber, so haben wir es bei "Akte X" gelernt, die Wahrheit liegt irgendwo da draußen und da draußen gibt es doch offenkundig intelligentes Leben und Menschen mit Ideen, auf die die Welt gewartet hat.

"JustWatch" ist so eine Idee. JustWatch ist eine Streaming-Suchmaschine, die gerade frisch im Internet angekommen ist. Und JustWatch ist genau dass, was die Fans des "NewTV" dringend brauchen. Denn da draußen ist mehr als die Wahrheit. Da draußen ist ein rapide mit Überlicht-Geschwindigkeit expandierendes Streaming-Universum, in dem kein Mensch mehr überblicken kann, was denn gerade wo und zu welchen Konditionen zu sehen ist.

Zumindest für Spielfilme will JustWatch nun Ordnung in das Chaos bringen. Zwar erst einmal nur für den US-Markt- aber die Startseite verspricht "Coming soon" für genau zwei weitere Länder: "Brazil"- und "Germany". Wie? Was? Deutschland ganz vorn dabei? Es kommt noch besser: "JustWatch" kommt aus Berlin. Ein zehnköpfiges Team um den ehemaligen Marketingchef von "kaufDA" David Croyé will aus Deutschland heraus ein Google für Filme bauen, so meldet es Techcrunch. "Unser Ziel ist es, die Film-Fans weltweit mit ihren Lieblingsinhalten zu verbinden", so JustWatch über sich selbst.

Wenn man in der US-Ausgabe zum Beispiel nach Sonys Alptraum-Film "The Interview" sucht, bekommt man sehr schön übersichtlich aufgelistet, dass das Werk zur Zeit bei Netflix inklusive ist, bei Apple, Google Play, Vudu und Amazon für 2,99 Dollar ausgeliehen und bei Apple, Vudu und Amazon auch für 14,99 Dollar dauerhaft erworben werden kann.

Das schafft Transparenz im Markt- und gewaltigen Datenpflege-Bedarf. Noch sind längst nicht alle Filme abrufbar, aber Netz-TV hat schon einmal mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass in den USA Amazon Prime genauso wie Netflix Sergej Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" aus dem Jahr 1925 im Programm haben.

Auf jeden Fall ein interessantes und tolles Projekt. Und von hier! Darauf das passende Lied aus Berlin:



Update 10.02.: Das ging ja schnell. Zumindest erste Filme sind nun für Deutschland online- also die Justwatch-Suche gibt es jetzt ab sofort auch für deutsche Zuschauer. So wie schon länger "wer streamt es" von der WSE GmbH & Co. KG aus München, worauf Tim Augustin dankenswerterweise unten in den Kommentaren hinwies.

Kommentare

  1. Hm. Gibt es doch mit Werstreamt.es schon länger, für Serien und Filme und auch aus Deutschland (allerdings aus München :-)). Unabhängig davon ist der Knackpunkt der Zugang zu den Datenbanken der einzelnen Streaming-Anbieter.

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    1. Hehe- stimmt. Zwar kannte ich die Seite schon irgendwoher- aber mit einer so detaillierten Auflistung ist sie mir nicht in Erinnerung. Kann das sein? Das Thema Datenpflege hatte ich ja schon angesprochen. Auf die Dauer wird es deshalb nur ein globaler Anbieter schaffen können, dessen Datenbanken die Streaming-Anbieter dann vielleicht sogar selbst pflegen (müssen). Nachdem Techcrunch für JustWatch Werbung gemacht hat, liegen da die Berliner im Moment sicher vorn. Also fassen wir zusammen: München liegt vorn, hat aber ein Marketingdefizit. Und für die Berliner gilt: We can be Heros - just for one day. :-)

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  2. Werstreamt.es hat auch klein angefangen, bietet aber bestimmt schon seit 4-6 Monaten eine sehr detaillierte Suche an - da haben sie auf jeden Fall die Nase vorn. Die Münchner setzen auch Fall sehr gezielt Retargeting-Ads ein. Ich stolpere online ständig über deren Anzeigen, also gibt es hier zumindest auch ein Marketing-Budget, wenn vielleicht auch kleiner? Ein Launch macht natürlich auch erst mal mehr Wirbel.
    Interessant wird sicher auch noch das Monetarisierungsmodell der jeweiligen Betreiber - meiner Meinung nach kann das nur über Provisionen für Neuanmeldungen laufen, alles andere wäre aus Sicht der Streaming-Anbieter uninteressant.
    Manuelle Pflege scheidet aus - das muss über eine API laufen, aber Netflix hat seine API Zugänge stark limitiert, Watchever bietet gar keine an, bei Amazon scheint es zu gehen...

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    1. Die Monetarisierung dürfte kein Problem sein, wenn die Suchmaschine wirklich vom Publikum genutzt wird, dann wäre es eine sehr spannende Werbeplattform für die Anbieter und auch die sonstige TV-Konkurrenz. Affiliate-Modelle sind bei Suchmaschinen dagegen schwierig- sie verleiten dazu, Suchergebnisse nach Provisionssätzen zu "optimieren". :-) Wenn man dagegen eine bestimmte Größe erreicht hat, werden die Filmfirmen einem sogar Trailer schenken, vor die man eigene Werbespots einblenden kann.

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