Ideen und Kooperationen- Maxdome will bleiben und wachsen

Foto: prosiebensat.1digital
Seit kurzem gibt es Maxdome auch als Android-App. Das sieht gut aus und passt zu der aktuellen Aussage "wer sich in unserem Business ängstigt, der hat schon verloren", die Christian Wegner, Vorstand "Digital & Adjacent" der ProSiebenSat1 Media AG in diesem interessanten Interview mit dem "Manager-Magazin" zum Besten gab. Er sieht Maxdome, das Video-on-Demand-Angebot der ProSiebenSat.1 Media unter seiner Verantwortung, immer noch als "Marktführer". Dazu gibt es auch andere Meinungen, aber in diesem sehr neuen und noch stark im Wandel befindlichen Geschäft ist selbst "der Markt" noch nicht endgültig definiert, so dass man dies erst einmal so stehen lassen kann.

Denn das Internet überwindet (meistens) mühelos Grenzen und Ozeane und schafft dadurch einen ganz anderen TV-Markt als den, den wir kennen. Statt regulierter "Sender", die "Rundfunk" für ein begrenztes Gebiet ausstrahlen, gilt hier: Jeder kann mit wenig Aufwand "senden"- und dies für alle, die einen freien Internetanschluss haben und das weltweit. Als erste haben natürlich wieder einmal die US-Amerikaner die Chance erkannt. Sie sind es von Hollywood aus schon immer gewohnt, ihre Spielfilme und Serien für ein globales Publikum zu produzieren und auch so zu vermarkten. Und so rollen nun Netflix oder Amazon mit genau diesem Konkurrenzvorteil den globalisierten Video on Demand-Weltmarkt auf.

Die einheimischen Anbieter haben gegen diese Konkurrenz kaum ein Rezept. Für Spielfilme oder Serien gilt fast noch mehr als für Autos oder Fernseher: Wer den gesamten Globus als Absatzmarkt hat, kann bessere und aufwendigere Produkte produzieren und diese trotzdem "da draußen" billiger anbieten. Was könnte also die hiesigen Anbieter retten? Ganz einfach: Ideen.

Genau das versucht Maxdome. Sei es mit Sportübertragungen vom Boxen bis hin zum Extremsport. Oder mit Kooperationen, um der globalen US-Marktmacht etwas entgegenzusetzen. So können demnächst die 7 Millionen KabelTV-Kunden der Unitymedia KabelBW Maxdome ganz einfach als integralen Bestandteil ihres KabelTV-Pakets dazubuchen. Die VoD-Inhalte von Maxdome werden über die Set-Top-Boxen von Unitymedia und Kabel BW, sowie über Horizon Go auf dem PC und auf mobilen Endgeräten verfügbar sein.

Lutz Schüler, CEO von Unitymedia KabelBW dazu: "Mit Maxdome erweitert Unitymedia KabelBW sein TV-Angebot um eine attraktive Film- und Serien-Flatrate. Wir integrieren die Maxdome-Inhalte fest in unsere Kernprodukte, so dass Kunden über unser Highspeed-Netz Top-Titel in HD-Qualität bei voller Kostenkontrolle genießen können - wann und wo sie wollen. TV-Programm und Abrufvideo-Service verschmelzen dabei zu einem nahtlosen Fernseherlebnis. Wir glauben an dieses Modell, weil immer mehr Menschen ihr Programm ganz einfach selbst zusammenstellen wollen."

Ob es hilft, muss man abwarten. Aber es ist zumindest erst einmal eine Idee auf dem Weg zu einem wirklich konkurrenzfähigen einheimischen Anbieter für diesen neuen Markt. Die ProSiebenSat1 AG hat gerade eine tolle Bilanz für 2014 vorgelegt. Schon im Vorjahr wurden die eigentlich erst für 2015 geplanten Umsätze erreicht und gerade der Digitalbereich war dabei der Umsatztreiber.

Die Münchener sind also ein finanzstarker und solide aufgestellter Konzern und könnten sich auch weitere Investitionen in Maxdome leisten. Denn Maxdome schreibt noch immer siebenstellige Verluste pro Jahr. Aber der VoD-Service ist natürlich auch eine interessante Werbeplattform für die "klassischen" TV-Formate des Konzerns. Und für die Zukunft gilt: Der Globalisierungs-Vorteil der US-Konzerne muss nicht für alle Zeit bleiben. Wir sind doch lernfähig.

"Bosch" zum Beispiel, die neue "Amazon Original"-Serie, wird in Los Angeles produziert von Red Arrow Entertainment, einer Tochter der ProSiebenSat.1 Media AG.

Darauf mal zur Abwechslung etwas Werbung für deutsche Plattformen:

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