Hacker-Angriffe auf Smart-TV's nur noch eine Frage der Zeit ?

Grafik: Kaspersky Lab
Die Firma Kaspersky Lab hat ihre Experten in die Zukunft schauen lassen und gefragt, wie wir wohl in 30 Jahren, im Jahr 2045 so leben werden. Kaspersky ist eines der wenigen renommierten russischen HighTech-Unternehmen und einer der größten Anbieter von Sicherheitssoftware weltweit. Ja, halten Sie sich fest, viele unserer wichtigen deutschen Firmenserver werden nicht vor, sondern von Russen beschützt. Aber das ist ein anderes Thema.

Im Jahr 2045 jedenfalls, so sagt das Kaspersky-Orakel, werden sich zu den Milliarden von Menschen auf der Erde bald auch Milliarden von Robotern gesellen, die uns lästige und schwere Arbeiten abnehmen.

In der Medizin wird die Grenze zwischen Mensch und Maschine durchlässig. So werden 2045 wohl elektronisch gesteuerte künstliche Organe und Prothesen hergestellt und transplantiert. Winzige Nano-Roboter geben in unserem Körper gezielt Medikamente ab oder führen selbstständig kleinere Eingriffe durch. Unser Gesundheitszustand wird von implantierten Sensoren überwacht, welche die Werte in einem Cloud-basierten Speicher ablegen, auf den die Mediziner Zugriff haben. Das alles wird die Lebenserwartung deutlich weiter erhöhen.

Smart Homes kümmern sich automatisch um die alltäglichen Pflichten, sei es die Versorgung mit Wasser und Energie, sei es, dass der Kühlschrank nicht leer wird. Herkömmliche Computer braucht niemand mehr. Sie wurden abgelöst von einer Vielzahl hochspezialisierter smarter Geräte, die ihre jetzigen Funktionen übernehmen. An Stelle der Angestellten, die heute am PC die Bücher führen, treten morgen spezialisierte, von den Firmen kontrollierte Server, die entsprechende elektronische Dokumente selbstständig auswerten können.

Unsere digitalen Identitäten sind 2045 komplett ausgeprägt und in einer sich selbst regulierenden weltweiten Infrastruktur miteinander vernetzt. Dieses System kümmert sich um die Lebensgrundlagen auf der Erde und die Verteilung der Ressourcen. Es schützt vor bewaffneten Konflikten und organisiert humanitäre Aktionen. Moderatorenrechte und damit den meisten Einfluss auf das System haben die aktivsten und erfolgreichsten Nutzer. Es soll ein wenig wie das gute alte TOR-Netzwerk arbeiten.

Das Paradies also, oder? Nicht ganz. Denn nicht jeder wird von der neuen, digitalen Welt begeistert sein. So erwarten die Experten von Kaspersky Lab auch, dass sich eine Gegenbewegung von Technikfeinden formieren wird. Sie werden sich der Entwicklung von Robotern, smarten Geräten und digitalen Identitäten entgegenstellen.

Vielleicht werden diese Technikfeinde schon in der näheren Zukunft geschaffen. Denn für die unmittelbare Zukunft, die leichter einzuschätzen ist, erwartet Jewgeni Kaspersky laut "Süddeutscher Zeitung", dass bald eine Angriffswelle auf Smart-TV's beginnen wird. Also auf das Allerheiligste daheim im Wohnzimmer, auf unseren Fernseher mit Internetanschluss. Kaspersky Lab hat jedenfalls schon einmal einen ersten Prototypen für einen SmartTV-Virenschutz entwickelt. Oft seien auf Smart-TV's wertvolle Kreditkartendaten hinterlegt, um Pay-TV Anbieter zu bezahlen. Das sei ein lukratives Angriffsziel. Oder der Fernseher könnte plötzlich von "draußen" blockiert werden und erst nach Zahlung einer Ablösesumme wieder laufen lernen, so wie man dass bisher nur von Rechnern gehört hat.

Bisher ist Herrn Kaspersky noch kein Fall eines Angriffs auf einen Smart-TV bekannt. Aber er hat Recht. Alles was selbstständig Daten ins weltweite Netz sendet und ein Betriebssystem hat, kann auch attackiert werden. Und die bisherigen, eher stupiden als smarten Ruckelapp-Bedienungsoberflächen werden bei smarten TV-Geräten ja gerade von diversen Betriebssystemen abgelöst.

Also wenn wegen irgendwelcher Viren die Glotze dauerhaft ausfällt, wird es viele Technikfeinde geben. Gibt es eigentlich noch Bildröhren-Hersteller? Vielleicht kann man ja billig Aktien aufkaufen. Vielleicht auch von Denny Zagers Gitarrenfirma, denn er hat schon immer den klaren Blick in die Zukunft gehabt und weiß auch heute, wie man eigene Musikrechte gewinnbringend nutzt.

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