Achtung, Netflix: Amazon Prime-Kunden streamen länger

Amazon "Original"-Serie "Point of Honor" - Foto: © 2014 Amazon
Netflix. Amazon, Amazon. Netflix. Ja, es gibt eine unüberschaubare Zahl an anderen Ideen oder Anbietern im globalen Markt des Streaming-TV und insbesondere aus Asien sind noch Überraschungen möglich. Aber jede Berichterstattung zum Thema wird sich derzeit wohl meistens um diese beiden Anbieter und ihren sich abzeichnenden Kampf um die Weltherrschaft drehen müssen. Wenn man dann noch darüber nachdenkt, dass Netflix sein Angebot gegen Rechnung aus der Amazon-Cloud heraus streamt, wird die Beobachtung des Konkurrenzkampfes der Giganten noch interessanter.

Aus dem US-Markt kommt eine Studie der Firma Consumer Intelligence Research Partners (CIRP) mit einigen interessanten aktuellen Zahlen, die den "Business Insider" zu der Headline "Achtung Netflix: Zuschauer streamen jetzt mehr Videos von Amazon als von Netflix" hingerissen hat. So ganz stimmt dass wohl noch nicht. Netflix ist seit fünf Jahren auf dem US-Streaming-Markt und sicher noch immer der Platzhirsch. Amazon Prime Video ist dagegen, man glaubt es kaum, erst etwas mehr als ein Jahr richtig aktiv.

Netflix dürfte also auf dem US-Markt noch mehr aktive Streaming-Kunden als Amazon haben. Ganz genau weiß man es allerdings nicht. Etliche Netflix-US-Kunden, so wird vermutet, kommen in Wahrheit per VPN aus dem Ausland und über die Anzahl der Prime-Kunden von Amazon weiß man nur, dass es eine zweistellige Millionenzahl ist. Aber die Leute von CIRP haben jetzt Kunden beider Services befragt- mit interessanten Ergebnissen.

Danach schauen Netflix-Abonnenten in den USA durchschnittlich 12,7 mal im Monat Serien oder Filme aus dem Angebot. Amazon-Prime-Nutzer 8,3 mal. Also liegt Netflix eindeutig vorn? Nein. denn die Prime-User schauen durchschnittlich darüber hinaus 5,1 mal ein zusätzlich kostenpflichtiges Amazon Instant Video-Angebot. Genau dass ist der Clou- Amazon wird so insgesamt 13,4 mal monatlich "eingeschaltet" und erzielt so sehr wahrscheinlich trotz des günstigen Prime-Angebotes, trotz abzuschreibender Versandkosten unter dem Strich mit dem Streaming-Geschäft pro Kunde deutlich mehr Einnahmen als Netflix.

Das würde letztlich bedeuten, dass Amazon mit seinem "Mehrkanal" Angebot gegenüber dem reinen Abo-Angebot von Netflix die besseren Karten für das große Gefecht hat. Denn mehr Einnahmen bedeutet letztendlich auch mehr Möglichkeiten attraktives Programm selbst zu produzieren oder einzukaufen. Wenn Amazon für Deutschland nun noch das Synchronisieren etwas besser in den Griff bekäme..

Denn nächste Woche gibt es das neueste "Original" Bosch dort wieder nur mit Untertiteln- in Deutsch erst "im Sommer".

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