Youtube Live - Fundstücke (9): Putins Rache- Pegida bei Russia Today

Screenshot: YouTube
Naja, ganz richtig ist die Überschrift nicht. Oder irgendwie doch. Und gleich am Anfang: Die Gegen- und Pro-Pegida Diskussion lassen wir jetzt mal weg. Beim Screenshot ist die Diskussionsspalte rechts auch von Netz-TV wegzensiert. Hier geht es um "NewTV" und niemand soll Angst bekommen.

Jedenfalls gibt es seit einiger Zeit auch in Deutschland "Russia Today" oder "RT Deutsch", wie die Webseite sich jetzt nennt. Das Ganze ist ein "Medienunternehmen des russischen Staates", wie Wikipedia zu berichten weiß und dieses wiederum betreibt unter dem Namen "Ruptly" in Berlin eine weltweit tätige TV-Agentur mit erstaunlichen "110 Angestellten auf drei Etagen" allein in der deutschen Hauptstadt.

Wir erinnern uns, dass bei der ukrainischen "Maidan-Revolution" die neuen Medien wie YouTube eine wichtige Rolle spielten und praktisch von Beginn an live vom "Euro-Maidan" berichteten. Und so die damalige prorussische ukrainische Regierung mit diesen ihr bis dahin sicher relativ unbekannten neumodischen Dingen schnell in die Informations-Defensive drängten.

Also vielleicht denkt man ja im Kreml so: Pegida und die Merkel-Regierung, die mögen sich nicht. Und schon gibt es eine auf "RT Deutsch" prominent beworbene YouTube-Live-Übertragung und damit auch eine Plattform, auf der Pegida sich weiter verbreiten kann. Ist natürlich reine Spekulation. Eine etwas russlandfreundlichere deutsche Politik gehört aber schon zu den Pegida-Forderungen.

Man stelle sich umgekehrt einmal vor, das Bundespresseamt würde in Moskau eine TV-Agentur betreiben, die per YouTube-Live-Kanal Putin-feindliche Demonstrationen in Russland überträgt. Das zeigt, wie schräg das Ganze ist und über wie vieles beim neuen und grenzenlosen Web-TV noch nachzudenken wäre.

Ob "RuptlyTV" wohl eine "Telemedien-Lizenz" hat? Denn die Pegida-Demo wurde live gesendet, richtete sich eindeutig an mehr als 500 Zuschauer gleichzeitig und "RuptlyTV" ist "gar ein Presseunternehmen". Das heißt, die Veranstaltung war nach der offiziellen "Checkliste der Medienanstalten für die Veranstalter von Web TV" eindeutig zulassungspflichtig. Nun, liebe Landesmedienanstalten, wer traut sich und verbietet es dem Putin?

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