Virtual Reality Vice News- Mitten drin statt nur dabei

Screenshot: google.com/get/cardboard 
Preisfrage: Was ist das? Kein Scherz: Ein Virtual Reality Headset. Für Bastler- es kostet ungefähr ein paar Euro. "Cardboard" heißt diese Idee und sie stammt von Google. Man kann Cardboard auch fertig kaufen- aber man bekommt dann auch nicht mehr als etwas Pappe, Linsen, Magnete, Klettband und ein paar Gummis. Das gibt es aber genauso alles einzeln im gut sortierten Hobby-Fachgeschäft und schon hat man ein echtes Virtual Reality Headset.

Und so etwas ist sonst noch gar nicht so einfach zu bekommen. Zwar gibt es Samsungs Gear VR mittlerweile auch als "Innovator Edition" für 199 Dollar zu kaufen. Und ja, dass sieht dann bedeutend schöner aus. Aber es funktioniert eben nur zusammen mit Samsungs Galaxy Note 4 und wird also insgesamt teuer. Ins Cardboard passen aber auch viele andere, eventuell schon vorhandene, Smartphones. Sogar gegen Iphones unternimmt die Google-Pappe nichts. Denn so funktioniert das Ganze: Das Handy wird in die Konstruktion hineingeklemmt und liefert dann den Bildschirm zum Abtauchen in die virtuelle Welt.

Eine "Oculus Rift" kann man ja auch noch nicht an jeder Ecke kaufen und was Microsofts "HoloLens" kosten wird, weiß noch niemand. Also erst einmal eine interessante Idee. Bleibt die Frage: Wozu.

Vielleicht für so etwas: Waren sie schon einmal dabei, wenn viele Menschen demonstrieren? Mitten drin? Vice News präsentiert dieser Tage auf dem "Sundance Film Festival" die erste "Virtual-Reality-Reportage" der Welt. Chris Milk und Spike Jonze produzierten für das hippe Internet-Nachrichtenangebot "Millions March"- mitten in den New Yorker Demonstrationen im Dezember gegen Polizeibrutalität im Zusammenhang mit den tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Teenager in Ferguson.

Damit das funktioniert, muss man dann im Google Play Store oder bei Apples iTunes nur noch die neue App "VRSE - Sundance Selection" auf das Handy laden. Und Vice verspricht für die Zukunft weitere Projekte für "Virtual Reality-Journalismus".

"Meine Hoffnung ist, dass Virtual Reality das Werkzeug ist, das wir brauchen, um mehr Mitgefühl für andere zu wecken", so Chris Milk. "Ich denke, Virtual Reality besitzt das Potenzial, Journalismus grundlegend zu verändern."

Vielleicht behält er ja Recht. Wer einmal "mitten drin" war, egal ob in Schützengräben, Flüchtlingslagern oder in kambodschanischen "Sweatshops", der bekommt einen neuen Blick auf die Welt.

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