Nach der CES: Smart-TV fängt erst an- UHD hat noch gar nicht begonnen

Samsungs "S"-UHD-TV- aber es gab viel mehr... Foto: CES
Ich hab einen wirklich guten Smart-TV. Er funktioniert. Wenn ich mir jetzt bei Amazon Prime Video einen Film anschauen will, ist dass ganz einfach. Zuerst muss ich die Smart-TV-Funktion aktivieren. Dann dreht sich rechts unten ein roter Punkt fünf bis zehn Sekunden im Kreis und schon erscheint die Bedienungsoberfläche. Amazon hat sich da einen Platz ganz vorn gesichert. Anwählen und drücken. Der Bildschirm wird grau und dann dreht sich ein gelber Punkt im Kreis- das dauert dann zehn bis zwanzig Sekunden. Der Fernseher surft derweil quer durch das Internet hinein in die Amazon-Cloud und überzeugt die Server davon, dass ich ich bin. Und schon geht es los. Ich muss nur noch den Film oder die Serie finden und dann auf "jetzt anschauen" drücken. Alles in allem keine zwei Minuten, bis es losgeht. Aber Fortschritt ist anders. Denn wenn ich von RTL auf ARD umschalte, dauert es nur zwei Sekunden, bis es losgeht.

Das ist das "Smart-TV-Problem". Der Fernsehkonsument ist "Zapping" gewohnt- aber die schöne neue "NewTV"-Welt verlangt vor dem Film erst einmal Engagement, Geduld und Arbeit. Das ist ehrenwert, aber nicht wirklich smart. Mit LG's neuester Version seines webOS und, wenn man ersten Berichten glauben darf, auch Samsungs Tizen zeigte die gerade beendete CES 2015 erstmals wirklich "smarte" TV. Smart-TV, die dank weiter entwickelter Software und Prozessoren jetzt fast schon ein Zapping-ähnliches Wechseln zwischen den unterschiedlichen Fernsehwelten ermöglichen. Das wird die Nutzung der Smart-TV-Funktionen durch die Zuschauer sicher noch einmal kräftig ankurbeln. Die nächste Geräte-Generation wird beide Welten dann sicher schon so gut verknüpfen, dass der Übergang gar nicht mehr spürbar ist. Die wirklichen Smart-TV kommen also erst noch.

Und beim UHD-TV? Da ist es eigentlich noch verrückter. Etliche Millionen UHD-TV sind weltweit schon verkauft, nur gibt es nirgends UHD zu sehen. Nach wie vor kommen echte UHD-Bilder nur von einem Satelliten-Testkanal, mitgelieferten Festplatten mit ein paar Filmen wie bei Samsung oder einigen wenigen Streaming-Angeboten für die noch wenigeren, die die dafür notwendigen Internetanschlüsse mit stabil über 16 MB pro Sekunde haben.

Abbildung: Panasonic
Wer jetzt einen UHD-Fernseher kauft, sollte vorsichtshalber immer noch nach HEVC und HDMI 2.0 fragen- aber nach HDR vielleicht lieber noch nicht. Erste TV-Geräte mit HDR gibt es frühestens im Laufe diesen Jahres. Und ja, wer UHD-Geräte kauft, interessiert sich für die Bildqualität und "High Dynamic Range" Bilder sind Bilder mit höherem Kontrast und wären somit dafür eigentlich wichtiger als noch mehr Pixel und die nächste Generation 8K-UHD.

Die erhellende Grafik links stammt von Panasonic- und Panasonic hatte die wohl größte Hoffnung für die Fans der ganz scharfen Bilder mit nach Las Vegas gebracht- die Nachricht, dass Ende 2015 endlich die "Ultra HD Blue-ray" zu kaufen sein wird. Und der Prototyp des ersten Panasonic Blue-ray-Players für diese Scheiben war ebenso zu sehen. Und der hat dann endlich auch HDR. Und wenn der "UHD"-Fernseher dann auch noch HDR hätte, könnte man es auch sehen.

Das wiederum aber können derzeit noch nicht einmal die "von Netflix empfohlenen" UHD-TV. Obwohl Netflix schon Serien in HDR produziert. Was dann wiederum dazu führt, dass man im "House of Cards" im Dunkeln nicht so viel sehen kann, da der Kontrast nicht ausreicht. Und es ist oft dunkel im "House of Cards".

Noch eine gute Nachricht: Die neuen "Ultra HD Blue-ray"-Player sollen sowohl herkömmliche Blue-Rays als auch die gute alte DVD abspielen und "hochrechnen" können. Aber nicht auf HDR- dass muss vorher hineinproduziert werden.

Alles klar? Nächste Woche ist Dschungelcamp. Das läuft auch ohne Smart-TV und für HD soll ich da extra bezahlen. Vergesst es. Gerade beim Dschungelcamp gibt es oft Bilder, bei denen ich für geringe Auflösung sehr dankbar bin. Also dann: "Ich bin verwirrt, holt mich hier raus!" Oder hieß das anders?

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