Clixoom geht. Mediakraft verliert sein Gesicht.

Foto: Mediakraft
"Spartacus allein zu Haus"- so könnte eine künftige Filmproduktion des einst führenden deutschen YouTube-Netzwerks Mediakraft heißen, wenn es denn so weiter geht. Nachdem Mitte Januar bereits "Chief Sales Officer" Jan Schlüter in "einem geplanten Schritt in unserer organisatorischen Entwicklung", so Mediakraft Networks-CEO Spartacus Olsson, dem Unternehmen "zukünftig als Teilhaber und Berater verbunden" blieb, geht nun mit "Clixoom" Christoph Krachten das Gesicht, dass für den größten Teil der Branche eigentlich Mediakraft war. Jedenfalls geht er als "President" von Mediakraft Networks. Was aus "Clixoom" wird, ist noch unklar.

"Unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung" seien Grund der Trennung und, so Krachten, Mediakraft werde auch zukünftig "seinen Weg machen und weiter die Medienbranche revolutionieren". Er selbst wolle sich nun auf die Organisation der "VideoDays" konzentrieren.

Denn die Welt dreht sich weiter, die Welt des "Netz-TV" gefühlt doppelt so schnell und da trägt es schon einmal etwas aus der Kurve. Tech-Nicks "Techlab" heißt jetzt "Turn On" und "sendet sogar in 4K, AlexiBexi erklärt dort weiterhin die "Techniktrends" und "ApeCrime" oder "LeFloid" sind jetzt weg.

"Wenns um Geld geht, hört die Freundschaft auf", war einer der Lieblingssprüche meines Opas. Genau so ein kluger Opa hat wohl den Mediakraft-Machern gefehlt, denn anders ist es kaum zu erklären, wie man innerhalb weniger Monate eine so aussichtsreiche Firma wie Mediakraft Networks derartig zerlegen kann.

Es gab ja schon immer Gerüchte in der Branche, dass vieles nicht richtig rund läuft beim "Multichannel"-Netzwerk. Nur gibt es solche Gerüchte praktisch über jede Firma. Erst als der YouTuber Simon Unge kurz vor Weihnachten sehr öffentlichkeitswirksam bei Mediakraft kündigte, wurden die Probleme allgemein sichtbar. Für eine Firma, die ihr Geld mit Marketing, Werbung und PR verdienen will, agierte Mediakraft im danach folgenden Social-Media-Shitstorm seltsam hilflos und erinnerte zeitweise an ein weinendes Kind im Sandkasten, dass leise wimmert "ich wars nicht".

Die Konkurrenz jedenfalls sammelt verloren gegangene YouTube-Stars zusammen mit ihrer Fangemeinde gern auf und wird beim persönlichen Gespräch mit potentiellen Werbekunden bei solchen Eigentoren sicher gut punkten. "Image ist alles"- diese alte Marketing-Binsenweisheit und dazu noch die Erkenntnisse meines Opas - mehr hätten die Mediakraftler eigentlich nicht wissen müssen, um den Absturz zu vermeiden.

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