Aus für TV Südbaden und linkes Programm aus Erfurt- Lokal-TV stirbt leise, meistens (7)

Screenshot: tv-suedbaden.de 
"TV Südbaden" in Freiburg hört einfach auf. Der Sender, der einst im Südwesten 500.000 Zuschauer erreichte, schaltet das "lineare" Sender-Fernsehen ab und beschränkt sich in Zukunft auf Radio, TV-Produktion und Internet. "Fudder", wohl "das" Internet-Portal der Region, hat dazu einen sehr schönen Nachruf geschrieben. "Das ist unglaublich schade, völlig überraschend kommt aber nur der Zeitpunkt. Denn der Sender war einer der letzten seiner Art - auf einem Markt, auf dem er keine Chance mehr hatte." Besser kann man es nicht zusammenfassen.

"In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Mediennutzung extrem verändert", so Geschäftsführer Christian Noll nach Bekanntgabe der Entscheidung. "Die Bedeutung einer mit großem Aufwand produzierten abendlichen Lokalnachrichtensendung hat gegenüber den schnellen Videonachrichten im Internet extrem nachgelassen." Lokalfernsehen finanziert sich fast ausschließlich aus lokalen Werbeeinnahmen. Empfangbar ist es meist nur im Kabelnetz, das gerade in Südbaden für nur noch 32 Prozent der Fernsehzuschauer der Empfangsweg ist. In der Region von TV Südbaden sehen bereits knapp 60 Prozent Fernsehen über Satellit.

"TV Südbaden ist seit 2001 auf Sendung und ist seit dieser Zeit eine journalistische Stimme der Region, die mit für Vielfalt sorgt", so das bedauernde Statement von LFK-Präsident Thomas Langheinrich. Sorgen sie wirklich? Im Falle von TV-Südbaden muss es wohl so sein. Schließlich wird gefördert, von Landesmedienanstalten wie der LFK, und damit aus Rundfunkgebühren. Erst vor etwas mehr als einem Jahr wurde bei der LFK die Inbetriebnahme eines "Satelliten TV-Portals mit baden-württembergischen Lokal-TV-Sendern" noch groß gefeiert. Okay, in der Realität ist es eigentlich nur ein "Barker Channel". Die LFK fördert aber auch anteilig die Verbreitungskosten für die Satellit- und Kabelsender in Baden-Württemberg mit jährlich immerhin 1,7 Millionen Euro.

Hat alles nichts genutzt. Deshalb soll mehr Geld fließen: "Aufgrund der rasanten technischen Transformation und der zum Teil schwierigen Entwicklung des regionalen Werbemarktes nimmt der ökonomische Druck immer weiter zu. Wenn uns regionale und lokale Rundfunkinformationen wichtig sind, dann muss die Finanzierung von lokalem und regionalem Fernsehen nachhaltig auf neue Beine gestellt werden", so Langheinrich. Die Frage, ob die "rasante technische Transformation" vielleicht auch ganz neue Möglichkeiten eröffnen könnte, stellt sich ein LFK-Präsident nicht. Seine Welt ist "Rundfunk" und wird es bleiben, bis auch der letzte Faustkeil zerfallen ist. Und Rundfunk kostet eben viel Geld, doch dafür gibt es ja die unerschöpfliche Quelle der "Rundfunkgebühr". Damit die "journalistische Stimme" Lokal-TV weiter "für Vielfalt sorgen" kann. Vielleicht so, wie zum Beispiel bei den Kollegen vom thüringischen "Salve.TV" in Erfurt.

Also Thüringen ist überhaupt der tollste Freistaat der Welt. Ja, nehmt das, ihr Bayern! Thüringen ist jung. Aus Thüringen kommt Netz-TV. Thüringen ist grün. Also mehr so mit viel Wald, weniger politisch, da ist Thüringen zumindest aus Versehen neuerdings so Ministerpräsidenten-mäßig links. Also weiter links als bisher allgemein üblich. Und Thüringen ist innovativ.

Bodo Ramelow heißt unser neuer Landesvater und er gehört zu dieser Partei, die jetzt behauptet, "Die Linke" zu sein. Also dass, was früher die Sozis waren, vor Gerhard Schröder und vor der Zeit, als selbst finsterste nordkoreanische Stalinisten begannen, das mit dem Kommunismus nicht mehr ganz so erst zu nehmen. Und Bodo hatte eine Idee. Vielleicht wurde sie auch an ihn herangetragen. Und das Resultat dieser Idee können Thüringer jetzt beim lokalen TV-Sender "Salve.TV" bewundern.

Salve.TV, dessen "journalistische Stimme" bisher vorwiegend zu Themen wie "Rosaxan- für ein aktives Leben" oder "Phänomen Anastasia" zu uns sprach (nein, nicht die Sängerin, sondern anthroposophische Bücher über "Phänomen und Wunder" aus der sibirischen Taiga), Salve.TV ist plötzlich politischer denn je. "Ramelow und Co." heißt die Sendung, die dort läuft, und sie macht laut der sonst eher betulich daher kommenden Lokalzeitung Thüringer Allgemeine "fassungslos". Zumindest Bodo Ramelows Koalitionspartner.

Dabei ist das Konzept der Sendung bestechend einfach. Die Kameraleute des Lokalsenders laufen dem Ministerpräsidenten bei seinen öffentlichen Terminen hinterher und filmen mit. Dann wird das Ganze auf immerhin doch noch eine Viertelstunde zusammengeschnitten und an den Stellen, an denen Ramelow nicht ohnehin schon spricht, aus dem "Off" kommentiert. Ähh- von Bodo Ramelow.

Das ist ... toll!! Also wenn das in Berlin die Runde macht, wird Angela Merkel demnächst bestimmt die ganze Tagesschau sprechen. Egal ob am Rednerpult in Brüssel, am Tagesschau-Tisch oder den Kommentar. Die richtige Mischung am Schnitt dazu und fertig. Dann spart man jede Menge Rundfunkgebühren, damit in Zukunft Bodo Ramelow... Ach so, dass darf man dann natürlich der Frau Merkel vorher nicht sagen.

Mir fällt dazu nichts mehr ein. Lassen wir deshalb einen der ganz Großen der Branche die abschließenden Worte sprechen beziehungsweise singen. Man achte auf die endlich einmal ebenfalls innovativen Ideen zur Sender-Finanzierung:

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